Ärzte Zeitung, 01.02.2005

14 Filmpreise für spanischen Film über aktive Sterbehilfe

"Mar adentro" erzählt eine wahre Geschichte

MADRID (mame). Der spanische Star-Regisseur Alejandro Amenábar erhielt am Sonntag 14 von 29 Goya-Auszeichnungen für seinen Sterbehilfefilm "Mar adentro" (Aufs Meer hinaus). Das gefühlvolle Melodrama brach in Spanien im vergangenen Jahr alle Zuschauerrekorde und löste innerhalb der Gesellschaft eine rege Debatte über die aktive Sterbehilfe aus (wir berichteten).

Der Streifen erzählt die wahre Geschichte von Ramon Sampedro, der seit einem Badeunfall 28 Jahre lang vom Hals abwärts gelähmt war. Er klagte jahrelang erfolglos vor Gerichten, um "würdevoll sterben zu können", bis ihm eine Freundin auf sein Bitten hin ein Glas Wasser mit aufgelöstem Zyankali ans Bett stellte.

"Wenn ich das trinke, dann werde ich freiwillig auf meinen rechtmäßigsten und privatesten Besitz verzichtet haben, meinen Körper", erklärte Sampedro am 12. Januar 1998 vor einer Videokamera. Dann nahm er mit einem Strohhalm das Zyankali ein.

Nun erregt das Thema erneut die Gemüter. Spaniens Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero nahm den Film sogar zum Anlaß, eine große Debatte über die Sterbehilfe innerhalb der spanischen Gesellschaft zu führen, die noch in diesem Jahr angestoßen werden soll.

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