Ärzte Zeitung, 28.02.2005

IM GESPRÄCH

"In diesem Flüchtlingslager in Darfur ist jeder einzelne krank"

Auf die Behandlung ihrer Kleinkinder warten Mütter in einem Flüchtlingslager in Provinz Darfur. Foto: dpa

Hilft in Darfur: Birke Herzbruch. Foto: Malteser

Von Ursula Gräfen

Galab ist ein Flüchtlingslager in der sudanesischen Krisenregion Darfur. Hier leben etwa 6000 Menschen, die aus den umliegenden Gebieten vor den Übergriffen der Milizen geflohen sind, in kleinen Rundhütten aus Ästen und Gräsern. Sauberes Trinkwasser gibt es nicht. Die einzige Handpumpe des angrenzenden Dorfes ist kaputt.

"Jeder in dem Lager ist krank: Durchfall aufgrund des unreinen Wassers, Augeninfektionen aufgrund des durch den Wind aufgewirbelten Staubes, Atemwegserkrankungen und Fieber aufgrund der kalten Jahreszeit, vor allem die Kinder sind betroffen. Ihre dicken Bäuche lassen auf Würmer und Unterernährung schließen, die verrotzten Nasen und verklebten Augen auf Erkältung oder Bindehautentzündung", beschreibt die Malteser-Nothilfe-Expertin Birke Herzbruch die Lage in einem von vielen Flüchtlingslagern in Darfur.

Seit mehr als einem Jahr ist die Bevölkerung der Region Gewalt und Terror ausgesetzt. Mehr als 1,8 Millionen Menschen sind, von arabischen Milizen drangsaliert, aus ihren zerstörten Dörfern geflohen. Sie leben in Flüchtlingslagern im Sudan und im Tschad und sind auf Hilfe angewiesen.

Seit dem vergangenen Sommer ist Birke Herzbruch für die Deutschen Malteser im Norden Darfurs tätig. Sie hat Impfkampagnen gegen Polio organisiert, Medikamente verteilt sowie den Wiederaufbau zerstörter Gesundheitszentren und Programme zur Weiterbildung von Hebammen unterstützt.

In den 40 Tagen der Fastenzeit berichtet sie wöchentlich direkt aus Darfur (www.malteser.de). Sie unterstützt damit die Malteser-Aktion "40 Fasten-Euro für den Sudan" (wir berichteten). Die katholische Hilfsorganisation bittet darum, in der Fastenzeit täglich einen Euro zurückzulegen. Mit 40 Euro könnten in Darfur 160 Kinder geimpft werden oder fünf Kinder täglich mit überlebensnotwendiger Zucker-Salz-Lösung versorgt werden. Eine Aktion, die die vergessene Krisenregion wieder in den Mittelpunkt rücken will.

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