Ärzte Zeitung, 30.09.2005

Sonnenfinsternis am Montag sollte man nur mit Spezialbrille beobachten

Irreversible Augenschäden - Organisationen warnen vor direktem Blick in die Sonne

NEU-ISENBURG (ag). Aus Anlaß der partiellen Sonnenfinsternis am kommenden Montag warnen mehrere Organisationen davor, aus Begeisterung für das Naturspektakel ungeschützt in die Sonne zu sehen und damit irreversible Augenschäden zu riskieren.

Die Spezialbrillen zur Beobachtung der Sonnenfinsternis sind mit einer aluminiumbeschichteten Folie ausgestattet. Foto: dpa

Insgesamt etwa 150 Minuten lang kann am Tag der Deutschen Einheit zwischen 10 Uhr und 12.30 Uhr eine partielle Sonnenfinsternis bestaunt werden. Vor allem die Menschen im Süden Deutschlands können dieses Himmelsereignis verfolgen - sollten dies jedoch nur tun, wenn sie eine spezielle Brille benutzen.

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) warnen dringend davor, mit dem bloßen Auge das Naturereignis, bei dem der Mond leicht versetzt vor der Sonne vorbeizieht, anzuschauen. Ansonsten drohe im schlimmsten Fall die Erblindung. Auch das Zukneifen der Augen reiche natürlich nicht aus, um sich zu schützen.

Beim direkten Blick in die Sonne, so die CBM, seien die Augen einer Helligkeit ausgesetzt, die etwa um das Fünfzigtausendfache stärker ist als die hellsten natürlichen Dinge auf der Erde, beispielsweise in der Sonne glitzernder Schnee.

Zudem steige die Helligkeit im Auge selbst noch einmal um das Vierzigfache an, weil Hornhaut und Augenlinse das Licht auf der Netzhaut wie eine Lupe bündeln. Noch schlimmer werde dieser Effekt bei der Nutzung normaler Ferngläser oder Fernrohre ohne zugelassene Filter.

Die Christoffel-Blindenmission warnt auch dringend davor, Sonnen- oder Gletscherbrillen, gerußte Glasscheiben oder belichtete Filme zu benutzen (wir berichteten). Die Brillen, die ausreichend Schutz bieten, könnten in vielen Augenoptik-Fachgeschäften erworben werden.

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