Ärzte Zeitung, 21.12.2005

Unicef-Foto des Jahres zeigt ein HIV-infiziertes Kind aus Moldawien

Ausgezeichnet wurde der britische Fotograf David Gillanders für sein Foto "Jana"

BERLIN (dpa). Der britische Fotograf David Gillanders ist Sieger des internationalen Fotowettbewerbs des Kinderhilfswerks Unicef. Das "Unicef-Foto des Jahres" zeigt Jana, ein 13jähriges Mädchen aus Moldawien, das drogenabhängig und mit HIV infiziert vergangenes Jahr in Odessa starb.

"Jana": Der britische Fotograf David Gillanders und die Schirmherrin von Unicef Eva Luise Köhler zeigen das Siegerfoto des Unicef-Wettbewerbs. Foto: dpa

Die Frau von Bundespräsident Horst Köhler, Eva Luise Köhler, die Unicef-Schirmherrin ist, sagte bei der Preisverleihung, das Foto gebe der Aids-Katastrophe in Osteuropa ein Gesicht und sei eine Erinnerung an die Kinder, die am Zusammenbruch ihrer Familien und der sozialen Kälte ihrer Umgebung zugrunde gingen.

Janas Schicksal ist typisch für viele Kinder und Jugendliche in Osteuropa. In dieser Region breitet sich der HI-Virus besonders schnell aus. In Osteuropa sind bereits 1,4 Millionen Menschen mit HIV infiziert. 80 Prozent der Betroffenen sind unter 30 Jahre alt, jeder zehnte Infizierte ist ein Kind.

Jana war nach dem Tod ihrer Mutter aus ihrem verarmten Heimatland Moldawien in die ukrainische Hafenmetropole Odessa gekommen. Um zu überleben, war sie gezwungen zu betteln, zu stehlen und sich zu prostituieren. Jana habe sehr oft geweint, sagte Gillanders, der viel Zeit mit dem Mädchen verbracht hatte. Den harten Alltag konnte sie nur mit Drogen ertragen.

Der zweite Preis des internationalen Fotowettbewerbs von Unicef ging an Mauricio Lima aus Brasilien für die Aufnahme eines im Irakkrieg verletzten Jungen. Den dritten Unicef-Preis schließlich erhielt die schwedische Fotografin Frida Hedberg. Ihr Bild zeigt einen kleinen Jungen während eines Schulfests in Schweden, der eine erste Ahnung von der Faszination des anderen Geschlechts bekommt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »