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Soll ein anderes Kind sterben, damit das eigene leben kann?

HAMBURG (dpa). Um dubiose Organspenden für eine Herztransplantation geht es in dem Film "Die Entscheidung", den das ZDF heute um 20.15 Uhr zeigt.

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Das Film-Ehepaar hat sich mit dem Film mehr auseinandersetzen müssen als mit manch anderem Stoff, vor allem Film-Vater Jan-Josef Liefers: "Das erste Drehbuch um ein krankes Kind, das die Geschichte aus der Sicht des Mannes erzählt und nicht aus der Perspektive der leidenden Mutter", sagt Liefers, selbst zweifacher Vater.

Dabei war es Regisseur Nikolaus Leytner bei seinem Film zunächst gar nicht so auf die Familiengeschichte angekommen: "Der erste Anstoß kam aus einer ganz anderen Ecke." Nämlich vom Armutsgefälle her, das nach dem Ende des Eisernen Vorhangs in Europa plötzlich sichtbar wurde.

    Schauspieler Liefers plädiert jetzt fürs Organspenden.
   

In Moldawien zum Beispiel, dem ärmsten Land aus der Konkursmasse des Sozialismus, liegt das Pro-Kopf-Einkommen bei kaum fünfzig Dollar im Monat. "Der Mensch selbst wird darüber zur Ware, weil er nichts anderes zu verkaufen hat", sagt Leytner. "In der Prostitution zum Beispiel. Oder auf dem Markt des internationalen Organhandels."

Hier setzt der Film ein: Zunächst noch ganz idyllisch, im TV-üblichen Luxus-Milieu, wo es auf eine Million mehr oder weniger nicht ankommt und die Menschen erkennbar nie arbeiten. Dort lebt Michael Späth (Liefers), bläßlicher Sohn und Erbe eines überstarken Unternehmers, gespielt von Friedrich von Thun.

Als der Enkel Jonas schwer erkrankt und ihn nur eine Herztransplantation retten kann, steht für den Großvater fest: Das Herz wird besorgt, um jeden Preis und gleich welcher Herkunft!

Ein scheinbar seriöses Schweizer Unternehmen bietet Hilfe an. Ziemlich klar, woher die Organspende kommt: wahrscheinlich aus Moldawien, wo dafür ein anderes Kind hat sterben müssen. Aber das ist dem Großvater egal. Dem Vater nicht: Soll ein anderes Kind sterben, damit seines leben kann?

"Das sind nicht Rollen, die man so wegspielt", so Liefers. Inzwischen bemüht er sich selbst um einen Organspenderausweis. Er rauche viel, trinke manchmal etwas, habe als Schauspieler einen der ungesündesten Berufe überhaupt, fügt der 41jährige hinzu.

"Ich weiß nicht, ob ich mit einer Organspende wirklich helfen würde. Aber jeder, meine ich, sollte dazu bereit sein. Und die Meinung schlägt sofort um, wenn man einen fragt, ob er selbst für ein gespendetes Organ im Notfall dankbar wäre. Dann ist plötzlich jeder dafür."

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