Ärzte Zeitung, 13.03.2006

Die CeBIT ist auch eine Gesundheitsmesse

Etliche Anbieter zeigen Lösungen rund um Gesundheitskarte, Arztausweis, E-Rezept und Telemonitoring

HANNOVER (ger). Ein bißchen ist die CeBIT, die größte Computermesse der Welt, auch eine Gesundheitsmesse. Das hat vor allem mit der neuen Gesundheitskarte zu tun, die in den kommenden Monaten bis Jahren in Deutschland eingeführt werden soll. Aber nicht nur.

Chips, Bits und Bytes: Die weltgrößte Computermesse CeBIT in Hannover dreht sich auch um die neue Gesundheitskarte. Fotos: ddp

Am Stand von Vitaphone in Halle 12 zum Beispiel können gestreßte Messebesucher eine Live-Demonstration in Sachen Telemonitoring erleben: das Hemd kurz an drei Knöpfen aufgeknöpft, ein spezielles Handy des Unternehmens mit vier Elektroden an die Brust gedrückt, und schon wird ein Drei-Kanal-EKG abgeleitet.

Bei der CeBIT zeigen 6300 Aussteller aus 71 Nationen bis 15. März ihre Produkte.

Das EKG wird automatisch an das Service-Center von Vitaphone in Chemnitz geschickt, und dort von einem Arzt ausgewertet. Nach zehn Minuten kommt das Ergebnis per Fax nach Hannover.

Um die Rechnerausstattung unter anderem von Notfallmedizinern kümmert sich das Unternehmen Penta aus Puchheim in Halle 6. Die robusten, lüfterlosen Tablet-PC sind besonders für den Außeneinsatz bei Notfalleinsätzen konzipiert.

Am Stand der Bundesdruckerei in Halle 7 müssen Besucher schon genau hinsehen, um zu erkennen, daß es um Gesundheit geht. Hier bietet der Zertifizierungsdiensteanbieter D-Trust Ärzten an, direkt am Stand eine Signaturkarte zu erstellen, mit der digitale Dokumente verschlüsselt und signiert werden können.

Gegen Vorlage eines Ausweises wird die Karte vor Ort personalisiert und gedruckt. Ärzte sollen sich auf diese Weise schon mal an die neue Technik gewöhnen können, die demnächst jeder Kollege in Deutschland bekommen wird. D-Trust ist eines der Unternehmen, die mit einem Trustcenter für die Sicherheit der neuen Ausweise einstehen wollen.

Auch der neue Arztausweis ist eine Chipkarte, er ist der Schlüssel zu den Patientendaten, die in Zukunft auf der neuen Gesundheitskarte liegen sollen. Wie wichtig die neue Karte von der Industrie genommen wird, können Besucher an vielen Stellen auf dem Messegelände sehen: Ob bei Siemens in Halle 26, bei IBM in den Halle 1 und 9, bei InterComponentWare (ICW) oder in der erstmals aufgebauten E-Health-Area (Halle 9) - an vielen Stellen sind Szenarien aufgebaut, die zeigen, wie in Zukunft die Karte funktionieren soll.

So stellt Siemens dar, wie Kollegen über ihr Arztsystem und über ihr Klinikinformationssystem in der Ambulanz Zugriff auf eine arztübergreifende Patientenakte haben und wie beide ein elektronisches Rezept ausstellen, das der Patient in der Apotheke einlösen kann.

Daß so ein elektronisches Rezept nicht nur Bits und Bytes enthält, sondern tatsächlich etwas mit der Ausgabe von Medikamenten in der Apotheke zu tun hat, ist am Stand von ICW am ehesten nachzuempfinden: Wer dort sein E-Rezept einlöst, bekommt einen Blister mit zwölf Gummibärchen. Ein Wohlfühlbonus, der gut tut an einem anstrengenden Messetag. Die CeBIT ist noch bis Mittwoch geöffnet.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Mehr Metastasen

Immer mehr Männer mit Prostatakrebs in den USA haben schon bei der Diagnose Metastasen. Ihr Anteil hat sich fast verdoppelt. Auch die Inzidenz solcher Tumoren nimmt zu. mehr »

Deutsches Defizit

Diabetes-Prävention, Strategien gegen Polypharmazie, digitale Versorgungsangebote: Neue Initiativen gibt es zuhauf. Doch Patienten müssen davon wissen. Genauo daran hapert es aber. mehr »

"Einfache Ersttherapie ist für fast alle Patienten möglich"

Die antiretrovirale Therapie ist bei neu diagnostizierter HIV-Infektion stets angezeigt, und zwar unabhängig vom Stadium der Infektion oder der Helferzellzahl. mehr »