Ärzte Zeitung, 02.05.2006

"People say I’m crazy: Willkommen in meinem Gehirn"

Filmfestival "AusnahmeZustand" tourt zur Zeit durch 70 Städte / Thema Depressionen - psychische Erkrankungen

"Willkommen in meinem Gehirn", sagt der US-Filmemacher John Cadigan, bevor er die Zuschauer in die Innenwelt eines Schizophrenen mitnimmt. Sein autobiographischer Dokumentarfilm "People say I'm crazy" ist mit mehreren amerikanischen Filmpreisen ausgezeichnet worden und wird nun in einem Filmfestival in Deutschland gezeigt.

Unter dem Titel "AusnahmeZustand" tourt das bundesweite Filmfest zum Thema Depressionen - psychische Erkrankungen seit Anfang Mai durch 70 Städte. Acht internationale Dokumentarfilme schickt die Initiative "Irrsinnig Menschlich" zusammen mit dem Berliner Programmkino-Veranstalter EYZ Media auf Tournee.

"Psychische Erkrankungen müssen stärker öffentlich wahrgenommen werden. Daß dies lebensnotwendig ist, zeigen die erschreckend hohen Suizidraten in der EU und leider auch in Deutschland", so die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung Karin Evers-Mayer, die das Festival in Berlin eröffnet hat. Psychische Leiden nehmen in Deutschland immer mehr zu. Das bestätigen die neuen Krankenstandsberichte der Krankenkassen.

Die Festivalfilme geben Einblick in Innen- und Umwelt von Menschen mit psychischen Erkrankungen. So versucht der deutsche Dokumentarfilm "Janine F." zu zeigen, wie es dazu kommen konnte, daß die Borderline-kranke Künstlerin vom Dach des Berliner Künstlerhauses Tacheles stürzte. Die Rolle der Umwelt bei Entstehung und Bewältigung von psychischen Störungen beleuchtet auch der französische Film "Aliénations - Entfremdungen".

Ärzte, Patienten und Pfleger in der psychiatrischen Abteilung eines algerischen Krankenhauses berichten von ihren täglichen Problemen. Auf die Spuren ihrer Mutter, die sich selbst getötet hat, setzt sich die italienische Regisseurin Alina Marazzi. Weitere Filme kommen aus Deutschland, den USA der Schweiz und Norwegen. (ami)

Weitere Infos im Internet unter: www.ausnahmezustand-filmfest.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hohes Sterberisiko bei Ausbruch in der Adoleszenz

Wenn sich Typ-1-Diabetes in einem besonders vulnerablen Alter manifestiert, brauchen Betroffene viel Aufmerksamkeit. Sie haben ein hohes Risiko, an Komplikationen zu sterben. mehr »

100 Prozent Zustimmung

Die KBV-Vertreterversammlung präsentiert sich in neuer Einigkeit und richtet die Speere – wieder – nach außen. Klare Kante gegenüber dem Gesetzgeber und den Krankenhäusern. "Wir sind auf Kurs", meldete KBV-Chef Gassen. mehr »

Herz-Kreislauf-Risiko von Anfang an im Blick behalten!

Bei RA-Patienten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die wichtigste Todesursache. Die aktuellen Therapiealgorithmen zielen nicht zuletzt darauf ab, die Steroidexposition zu begrenzen. mehr »