Ärzte Zeitung, 13.11.2006

Lärm soll Ruhe bringen ins Schlafzimmer

HAMBURG (ddp.vwd). Treffen zwei Schallwellen aufeinander, können sie sich unter Umständen neutralisieren. So ist es möglich, daß zielgerichtete Geräusche eine Lärmquelle verstummen lassen.

Diese Eigenschaft will ein Forscherteam der Universität der Bundeswehr in Hamburg jetzt praktisch nutzen - und einen neuartigen Schallschutz entwickeln. Straßenlärm etwa, der durch ein geöffnetes Fenster ins Schlafzimmer dringt, könne dann auf Knopfdruck abgeschaltet werden, so die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, die das Projekt fördert.

"Eine Schallwelle kann mit einer gleichartigen Gegenwelle ausgelöscht werden", erklärt Professor Delf Sachau. Denn Schall setzt Luft in Schwingung. Wird zeitgleich ein Gegendruck gleicher Art erzeugt, bleiben die Moleküle bestenfalls an Ort und Stelle. Lärmende Schallwellen von draußen bleiben dann fern.

Damit dieses Prinzip in der Praxis funktioniert, müssen Mikrofone störende Geräusche aufnehmen, ein Computerchip die Tonsignale berechnen und möglichst schnell an entsprechend ausgerichtete Lautsprecher schicken. Die senden dann den passenden Gegenschalls.

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