Ärzte Zeitung, 20.11.2006

Papyrus Ebers und die antike Medizin

Der nach seinem Erstbesitzer, dem Ägyptologen Georg Ebers, benannte "Papyrus Ebers" zählt mit über 100 Kolumnen zu den umfangreichsten medizinischen Kompendien aus dem pharaonischen Ägypten und zu den bedeutsamsten überhaupt.

Die knapp 19 Meter lange Schriftrolle aus dem letzten Viertel des 16. Jahrhundert vor Christus umfaßt über 880 Einzeldiagnosen und -rezepte. Niederschrift, Archivierung und Abschrift der Medizintexte erfolgte im sogenannten "Lebenshaus", wo auch die Ausbildung der Ärzte stattfand. Der Papyrus wurde 1873 von Ebers in Luxor erworben und wird seitdem in der Leipziger Universitätsbibliothek aufbewahrt.

Bereits im März 2002 fand in einer Ausstellung des Papyrus Ebers in der Unibibliothek Leipzig ein Kolloquium zur altägyptischen und antiken Heilkunde statt. Die Ergebnisse der Diskussionen der Medizinhistoriker und der Ägyptologen hat der Harrassowitz-Verlag Rechnung nun in Band 7 der Philippika (Marburger altertumskundliche Abhandlungen) zusammengefaßt, ergänzt um weitere Untersuchungen des Herausgebers, Hans-Werner Fischer-Elfert. (ale)

"Papyrus Ebers und die antike Heilkunde. Akten der Tagung vom 15.-16. 3. 2002 in der Albertina." UB Universität Leipzig. Harrassowitz-Verlag, Wiesbaden. 147 Seiten mit Abbildungen Euro 48. ISBN 3-447-05209-0.

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