Ärzte Zeitung, 12.12.2006

Visuelles Notrufsystem alarmiert Helfer nach Sturz

Computer unterscheidet einen Sturz von einem Bücken

BRAUNSCHWEIG (ddp.vwd). Stürze zu Hause können für ältere Menschen folgenreich sein. Damit sie künftig automatisch bei einem Unfall in der Wohnung Hilfe erhalten, wurde an der TU Braunschweig ein Sturzmelder entwickelt.

Das System arbeite autonom, erfordere keine Bedienung und sei damit für jedermann geeignet, teilt die Hochschule mit. Eine Kamera an der Decke überwacht den gesamten Wohnraum. Sie ist mit einem Fischauge ausgestattet, einem speziellen Objektiv mit großem Blickwinkel. Die Kamera sendet die Bilder an einen Computer, der die Information auswertet.

Hierbei wird die überwachte Person zunächst im Bild erkannt und vom Hintergrund getrennt. Eine Analyse ihrer Körperhaltung ermöglicht es dem System zu erkennen, wenn sie gestürzt ist. Selbst bei schlechten Sichtverhältnissen sei die Anlage einsatzbereit: So unterstützen Infrarot- oder Halogenlampen die Kamera bei Dunkelheit, wobei die entstehenden Schatten helfen, Stürze zu erkennen.

Registriert der Computer einen Unfall, löst er vollautomatisch den Alarm aus. Das System kann dazu mit einem herkömmlichen Hausnotrufsystem gekoppelt werden. Die aufgezeichneten Bilder bleiben für Dritte unsichtbar im Computer. Die größte Herausforderung sei es gewesen, dem Computer das Sehen beizubringen, sagt Dr. Jens Spehr, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Robotik und Prozeßinformatik der TU Braunschweig.

"Der Computer muß unterscheiden können, ob eine Person stürzt oder sich nur beugt.". Als nächste Herausforderung arbeitet Spehr an der automatischen Erkennung von Verhaltensmustern, wie zum Beispiel Medikamenteneinnahme oder Trinken. Das TU-Institut testet den Einsatz des visuellen Notrufsystems bereits im häuslichen Umfeld.

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