Ärzte Zeitung, 20.12.2006

Ein Lächeln als Symbol der Hoffnung

Unicef-Foto des Jahres gekürt / Mädchen überlebte das Erdbeben 2005 in Pakistan

NEU-ISENBURG (Smi). Die mehrfach gebrochenen Beine stecken in einem primitiven Streckverband; zwischen den bandagierten Kinderbeinen lugt das Gesicht eines kleines Mädchens hervor und schenkt dem Betrachter ein zauberhaftes Lächeln: Das Unicef-Foto des Jahres zeigt die fünfjährige Rahila, Überlebende des verheerenden Erdbebens in Pakistan vom 8. Oktober 2005. Es ist ein Symbol der Hoffnung.

Das Siegerfoto des dänischen Fotografen Jan Grarup zeigt die fünfjährige Rahila nach dem Erdbeben 2005 in einem Rot-Kreuz-Krankenhaus in Pakistan. Foto: Unicef

Der dänische Fotograf Jan Grarup ist der Sieger des internationalen Wettbewerbs "Unicef-Foto des Jahres". Sein Bild zeigt das pakistanische Mädchen in einem Rot-Kreuz-Hospital der nord-pakistanischen Stadt Muzaffarabad, kurz nachdem es medizinisch erstversorgt wurde. "Ihr Lächeln inmitten von Trauer und Verzweiflung hat mich tief beeindruckt", sagte Grarup, der die Unicef-Auszeichnung bereits zum zweiten Mal erhält. "Das kleine Mädchen zeigt, welche Kraft in Kindern steckt."

Auch Unicef-Schirmherrin Eva Luise Köhler zeigte sich von dem Ausdruck des Kindes betört. "Das Lächeln dieses Mädchens ist ein Dankeschön an alle, die den Opfern der Naturkatastrophen in den vergangenen Jahren geholfen haben", sagte Köhler bei der Preisverleihung in Berlin. "Es sollte Ansporn sein, Kinder in Not auch dann nicht zu vergessen, wenn das Medieninteresse nachläßt."

Nach Einschätzung ihrer Organisation hat der internationale Hilfseinsatz im vergangenen Winter in Pakistan ein Massensterben verhindert. Bei dem Erdbeben am 8. Oktober 2005 starben in der Kaschmirregion mehr als 70 000 Menschen, darunter 18 000 Kinder. 3,3 Millionen Kaschmiris wurden obdachlos, noch immer, mehr als ein Jahr später, leben nach Unicef-Angaben etwa 30 000 Menschen in Notlagern.

Topics
Schlagworte
Panorama (30661)
Personen
Eva Luise Köhler (41)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »