Ärzte Zeitung, 28.03.2007

"Politiker spielten Opferzahlen bewusst herunter"

LONDON (dpa). Die britische Regierung soll Angaben von Wissenschaftlern, wonach im Irak-Krieg und in dessen Folge mehr als 650 000 Zivilisten gestorben sind, wider besseren Wissens als unglaubwürdig bezeichnet haben.

Wie der Sender BBC berichtete, lag in der Downing Street seinerzeit ein Memorandum des Verteidigungsministeriums vor, in dem eine entsprechende Studie als solide eingeschätzt wurde. Dennoch habe Premierminister Tony Blair die von US- und irakischen Ärzten ermittelten und im "Lancet" veröffentlichen Angaben öffentlich als völlig unkorrekt bezeichnen lassen.

Ähnlich wie Blair hatte US-Präsident George W. Bush zu der im Oktober vergangenen Jahres veröffentlichten Studie gesagt: "Ich betrachte dies nicht als einen glaubwürdigen Bericht." Demgegenüber schätzte der wissenschaftliche Chefberater des britischen Verteidigungsministeriums, Sir Roy Anderson, die Studie damals als durchaus nachvollziehbar ein, berichtete BBC.

Topics
Schlagworte
Panorama (30165)
Organisationen
BBC (411)
Lancet (1163)
Personen
George Bush (117)
Tony Blair (65)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Therapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »