Ärzte Zeitung, 06.09.2007

WDR darf Contergan-Film bald senden

KARLSRUHE (HL). Das Bundesverfassungsgericht hat Eilanträge abgelehnt, mit denen dem Westdeutschen Rundfunk die für den 7. und 8. November geplante Sendung eines Spielfilms zur Contergan-Katastrophe untersagt werden sollte.

Contergan war am 1. November vor 50 Jahren auf den Markt gebracht worden. Wegen Teratogenität wurde es 1961 aus dem Verkehr genommen. Ein Strafverfahren gegen Mitarbeiter des Unternehmens wurde 1970 eingestellt, nachdem der Hersteller Grünenthal 100 Millionen DM Entschädigung gezahlt hatte.

Der Film, gegen dessen Ausstrahlung Hersteller und Opferanwalt vorgingen, knüpft zwar an die Historie an; im Vor- und Abspann wird aber darauf hingewiesen, dass es sich nicht um einen Dokumentarfilm, sondern um einen Spielfilm handelt. Nach Auffassung der Richter kann die Ausstrahlung des Spielfilms deshalb nicht die von den Beschwerdeführern befürchtete schwerwiegende Beeinträchtigung des Persönlichkeitsrechts bewirken. Der verständige Zuschauer werde den Film nicht als umfassend tatsachengetreue Schilderung auffassen. Ein Verbot der Ausstrahlung sei ein schwerwiegender Eingriff in die Programmfreiheit des Senders.

Urteil des Bundesverfassungsgerichts, Az. 1 BvR 1223/07

Topics
Schlagworte
Panorama (30506)
Recht (11953)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Welche Stoffe in Energy-Drinks wirken auf Herz und Kreislauf?

Energy-Drinks haben eine durchschlagende Wirkung: Es kommt zu signifikanten Verlängerungen des QTc-Intervalls, und der systolische Blutdruck ist erhöht. Möglicherweise ist dafür nicht nur das Koffein verantwortlich. mehr »

Grünes Licht für GOÄ-Reformprozess

Der Deutsche Ärztetag hat den Verhandlungsführern für die GOÄ-Reform am Donnerstagabend grünes Licht für den weiteren Novellierungsprozess gegeben. mehr »

"Harte Hand" schadet dem Schulerfolg

Den Lebenswandel eines Kindes kann ein sehr strenges Elternhaus negativ beeinflussen, belegt eine Studie. mehr »