Ärzte Zeitung, 03.12.2007

Hilfe im Internet für trauernde Eltern

Klinik für Psychiatrie in Münster betreut Eltern, die ihr Kind verloren haben

KÖLN (iss). Für Eltern, die ihr Kind während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt verloren haben, gibt es ein neues online-Hilfeangebot.

Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Uniklinikum Münster (UKM) bietet eine Internetbehandlung an. Sie richtet sich an Eltern, die Hemmungen haben, eine konventionelle Psychotherapie in Anspruch zu nehmen, oder die nicht regelmäßig in die Klinik kommen können.

"Unser Konzept beruht darauf, dass die meisten Eltern jung und daher vertraut mit dem Internet sind und wir auf diese Weise die Eltern bundesweit erreichen können", sagt Dr. Anette Kersting, Oberärztin an der Klinik. Die Behandlung dauert fünf Wochen. Die schriftliche Auseinandersetzung mit dem traumatischen Erlebnis sei für die Eltern hilfreich, sagt Kersting.

"Wir glauben, dass das Internet für eine bestimmte Gruppe Menschen eine gute Lösung ist, quasi anonym Hilfe zu bekommen." Die Internetberatung ersetze keine herkömmliche Therapie und sei nicht für jeden geeignet, betont die Ärztin und Psychotherapeutin. Das Projekt wird vom Bundesfamilienministerium für ein Jahr mit 65  000 Euro gefördert.

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