Ärzte Zeitung, 03.06.2008

Welthungerhilfe will mehr Geld für Landwirtschaft

BERLIN (dpa). Angesichts 850 Millionen unterernährter Menschen und hoher Lebensmittelpreise fordert die Deutsche Welthungerhilfe deutlich mehr Geld für die Landwirtschaft in Entwicklungsländern.

"Wir haben den von der internationalen Gemeinschaft angekündigten Wechsel in der Förderung schon im letzten Jahr vorgemacht", sagte die Vorsitzende der Hilfsorganisation, Ingeborg Schäuble, am Montag bei der Vorstellung des Jahresberichts 2007.

Im vergangenen Jahr standen der Organisation 135,5 Millionen Euro zur Verfügung, 50 Millionen flossen davon in ländliche Entwicklung. Erstmals seit Gründung der Welthungerhilfe im Jahr 1962 wurden 2007 zwei Mitarbeiter ermordet, beide in Nordafghanistan.

"Die Hungerkrise ist Folge einer jahrelangen Vernachlässigung der Landwirtschaft und der ländlichen Räume in Entwicklungsländern", sagte Generalsekretär Hans-Joachim Preuß. So seien von der gesamten Entwicklungshilfe der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung vor 25 Jahren 17 Prozent an die dort lebenden Bauern ausgegeben worden, zuletzt waren es nur 3,7 Prozent.

"Mehr Menschen heißt aber mehr Mäuler, die gestopft werden müssen." Laut Experten sind die Gründe für die Krise wechselseitig bedingt: Als ein Preistreiber gilt der hohe Ölpreis, weil sich dadurch Dünger, Maschinen und Transporte verteuern.

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