Ärzte Zeitung, 02.09.2008

Bürger von New Orleans fliehen vor Hurrikan Gustav

Nur noch 10 000 Menschen bleiben in der Metropole zurück

FRANKFURT/MAIN (Smi/dpa). Am Samstag ist eine Hilfslieferung der Organisation humedica von Frankfurt/Main nach Haiti gestartet, um die vom Hurrikan Gustav betroffenen Menschen zu unterstützen.

Schlangen vor dem Busbahnhof in New Orleans. Alle Bürger wurden von den Behörden aufgefordert, die Stadt zu verlassen.

Foto: dpa

Mit an Bord waren der Münchener Allgemeinmediziner Thomas Schweyer sowie der Rettungsassistent Matthias Völkner aus Langgöns bei Gießen, teilte die Kaufbeurener Hilfsorganisation mit. Dank eines Medi-Kits können die beiden bis zu 3000 Patienten versorgen. Darüber hinaus wollen sie Hilfsgüter - vor allem Desinfektionstabletten und Hygienesets - an die Not leidende Bevölkerung verteilen. Der Gesamtwert der Lieferung beträgt nach Angaben von humedica 140 000 Euro, ein zweiter Hilfstransport im Wert von 170 000 Euro werde morgen starten.

In Folge des Hurrikans Gustav sind in der Karibik Dutzende von Menschen gestorben. Am stärksten betroffen ist der Inselstaat Haiti, in dem zudem weite Landstriche verwüstet sind. Die Region um St. Marc, in der humedica bereits seit Anfang des Jahres Hilfe leistet, stehe komplett unter Wasser, teilte die Organisation in Kaufbeuren mit.

Mittlerweile sind tausende von Menschen in der US-Metropole New Orleans auf der Flucht vor dem Hurrikan. New Orleans glich am Montagmorgen einer Geisterstadt. Stunden, bevor "Gustav" an der Südküste von Louisiana auf Land traf, hatten die meisten Bewohner die Stadt verlassen. Auch aus der Umgebung flüchteten Hunderttausende ins Landesinnere. Insgesamt brachten sich nach Berichten des Senders CNN fast zwei Millionen Menschen in Sicherheit.

Die Behörden hatten die Zwangsevakuierung angeordnet, um die Menschen vor einer Katastrophe wie vor drei Jahren zu schützen, als Hurrikan "Katrina" rund 1800 Menschen in den Tod riss. Bürgermeister Ray Nagin hoffte, dass die nach "Katrina" größtenteils neu gebauten Deiche dem jetzt herannahenden Hurrikan standhalten würden. Nach letzten Vorhersagen deutete sich an, dass "Gustav" weniger heftig auf Land treffen würde als zunächst befürchtet worden war.

Im Blog des örtlichen Fernsehsenders WWL-TV drückte Zuschauer Carl Arredondo aus, was alle fühlten: "Es gibt ein paar gute Neuigkeiten. Zwar ist "Gustav" immer noch ein Hurrikan der Kategorie drei, aber er wird es vielleicht nicht mehr schaffen, die Kategorie vier zu erreichen, bis er aufs Land trifft. Er hat weder viel Zeit noch eine weite Strecke über Wasser übrig, um sehr viel stärker zu werden."

Weniger als 10 000 Menschen seien noch in der Stadt geblieben, zitierte der Gouverneur von Louisiana, Bobby Jindal, am Morgen den Polizeichef von New Orleans.

Topics
Schlagworte
Panorama (30147)
Organisationen
CNN (160)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Mehr Metastasen

Immer mehr Männer mit Prostatakrebs in den USA haben schon bei der Diagnose Metastasen. Ihr Anteil hat sich fast verdoppelt. Auch die Inzidenz solcher Tumoren nimmt zu. mehr »

Deutsches Defizit

Diabetes-Prävention, Strategien gegen Polypharmazie, digitale Versorgungsangebote: Neue Initiativen gibt es zuhauf. Doch Patienten müssen davon wissen. Genauo daran hapert es aber. mehr »

"Einfache Ersttherapie ist für fast alle Patienten möglich"

Die antiretrovirale Therapie ist bei neu diagnostizierter HIV-Infektion stets angezeigt, und zwar unabhängig vom Stadium der Infektion oder der Helferzellzahl. mehr »