Ärzte Zeitung, 22.09.2008

Mit "Run to you" durch die City von London

Beim Londoner Halbmarathon soll die Wirkung von Musik auf Läufer getestet werden

FRANKFURT/MAIN (Smi). Wer am 5. Oktober beim London-Halbmarathon an den Start geht, wird mit Live-Musik beschallt, die unter wissenschaftlichen Kriterien zusammengestellt worden ist.

Mit "Run to you" durch die City von London

Noch ohne Beschallung: London-Marathon 2008. Beim Halbmarathon Anfang Oktober wird das anders sein,

Foto: dpa

Die Veranstalter folgen dabei den Erkenntnissen des Sportpsychologen Dr. Costas Karageorghis, der an der Brunel University im Londoner Stadtbezirk Uxbridge lehrt und seit fast zwei Jahrzehnten die Wirkung von Musikgenuss auf die Leistung von Läufern erforscht.

Karageorghis zufolge können Läufer ihre Leistung mit Musik um bis zu 20 Prozent steigern. Allerdings ist nicht jede Musik dazu geeignet, der Beat der Songs sollte angepasst sein an die individuelle Herzfrequenz des Läufers. Die besten Ergebnisse erzielen Sportler danach bei Musikstücken, die 120 bis 140 Beats pro Minute schnell sind. Will ein Läufer bei 55 Prozent seiner maximalen Herzfrequenz unterwegs sein, bietet sich Karageorghis zufolge etwa Tina Turners Hit "The Best" an, bei 65 Prozent "Run to you" von Bryan Adams, bei 75 Prozent "Born to be wild" von Steppenwolf und bei 85 Prozent "Burn Baby Burn" von Ash. Das sind jedoch nur Karageorghis‘ Vorschläge für den Bereich Rock. Für Liebhaber des Pop, Soul, R&B und der Dance-Music hat er ebenfalls Vorschläge erarbeitet.

Laut "Spiegel Online" nutzen Anbieter wie Apple (iPhone) die sportpsychologischen Erkenntnisse bereits und mischen Lauf-Soundtracks zusammen, wobei sie Unterstützung von Sportschuhfabrikanten wie Nike erhalten. Computerprogramme ermöglichen Läufern inzwischen sogar schon, Songs nach den "Beats per Minute" zu sortieren. Als Spaßbremse erwies sich kürzlich der US-Leichtathletikverband, der seinen Läufern den Musikgenuss während des Laufs verbot. Begründung: Manche Marathonläufer hätten im Rausch der Musik Konkurrenten umgerannt oder sich selbst dermaßen verausgabt, dass sie am Ende zusammengebrochen seien.Überhaupt ist der Musikgenuss beim Joggen oder Radfahren nicht unumstritten. So haben Sportmediziner von der Universität North Carolina in Chapel Hill in einer Studie belegt, dass Läufer vermehrt das Stresshormon Cortisol ausschütten, wenn sie beim Joggen laute und schnelle Musik hören. Auch ihre Hauttemperatur war deutlich erhöht, manche klagten sogar über Magen-Darm-Probleme. Allerdings scheinen schnelle Stücke eher auf routinierte Läufer einen negativen Effekt auszuüben, Untrainierte können davon profitieren.

www.runtothebeat.co.uk

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