Ärzte Zeitung, 19.12.2008

Austauschprogramm für afghanische Ärzte

Hamburger Herz-Projekt finanziert zehn Operationen für herzkranke Kinder und schult medizinisches Personal

HAMBURG (di). Die Aktion Herzbrücke der Hamburger Albertinen-Stiftung kann zehn weiteren herzkranken Kindern aus Afghanistan zum Teil lebensrettende Operationen in der Hansestadt finanzieren.

Möglich macht dies der Erlös von rund 100 000 Euro bei einer Benefizgala. Die Aktion Herzbrücke wird von Deutschen und Afghanen gemeinsam getragen. Seit 2005 engagieren sich Herzchirurgen, Kardiologen, Anästhesisten und Kardiotechniker für herzkranke Kinder aus Krisengebieten.

Es wurden bereits über 42 herzkranke Kinder im Hamburger Albertinen-Herzzentrum operiert, hauptsächlich Kinder aus Afghanistan. Die Kosten dafür betragen durchschnittlich rund 11 000 Euro. Die Albertinen-Stiftung unterstützt die Herzbrücke finanziell und organisatorisch.

Am Herzzentrum hat die Hilfe zur Selbsthilfe Tradition.

Neben den Eingriffen ermöglicht sie auch ein dreimonatiges Austauschprogramm für afghanische Ärzte und Pflegekräfte. "Wir wollen durch Know-How-Transfer, Material und Instrumente den medizinischen Wiederaufbau und die Versorgung der Herzbrücke-Kinder verbessern", sagte der Chefarzt des Herzzentrums Dr. Friedrich-Christian Rieß.

Die Hilfe zur Selbsthilfe hat in seinem Haus Tradition: Ende der 90er Jahre trainierten Ärzte und Pflegekräfte des Herzzentrums bereits Kollegen aus dem Krankenhaus Nr. 1 im russischen Jekaterinburg.

Bei der Kooperation stehen Ausbildung der Chirurgen, Anästhesisten und Pflegekräfte im Vordergrund und daher haben viele von ihnen schon einige Monate in Deutschland verbracht. Auch reisen die Hamburger immer wieder nach Jekaterinburg, um dort bei schwierige Operationen zu helfen.

Topics
Schlagworte
Panorama (30154)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Auch mit Kind zügig möglich"

Eine Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »