Ärzte Zeitung für Neurologen/Psychiater, 31.12.2008

Experten fordern Zentrum für Amnesiepatienten

Betroffene haben oft eine Odyssee hinter sich, bevor sie richtig behandelt werden

Keine Seltenheit - manche Amnesiepatienten können noch nicht einmal mehr rechts und links unterscheiden.

Foto: imago

FRANKFURT/MAIN (Smi). Ein Schwerpunktzentrum für Amnesiepatienten und eine verstärkte Forschung auf diesem Gebiet fordern führende deutsche Experten. In Deutschland gibt es noch nicht einmal Erhebungen zur Prävalenz und Inzidenz von Amnesie.

"Sicher wäre ein solches Zentrum wünschenswert und würde gerade in Deutschland die Forschung beträchtlich weiterbringen", ist Professor Hans-Joachim Markowitsch vom Zentrum für Physiologische Psychologie an der Universität Bielefeld überzeugt.

Der Neurologe Professor Dirk Sander, Chefarzt der Klinik Medical Park Loipl in Bischofswiesen könnte sich vorstellen, dass in einem solchen Zentrum neben der interdisziplinären Diagnostik und Therapie auch die Forschung eine Heimat finden könnte.

Und der Diplom-Psychologe Gerhard Müller, der am Zentrum für Klinische Neuropsychologie in Würzburg arbeitet, regt an, in einer Schwerpunkteinrichtung für Amnesiepatienten auch praktische Kompensationsmöglichkeiten für den Alltag zu integrieren.

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