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Kommentar

Aktionismus am falschen Platz

Von Sabine Schiner Veröffentlicht:

Mehr als 12 000 Menschen warten bundesweit auf eine Organspende. Manchmal dauert es sechs bis acht Jahre, bis sie ein Organ bekommen. In vielen Fällen gehen sie leer aus. Für die Betroffenen ist das ein Drama. Und die Zahlen der Techniker Krankenkasse lassen auch keine Hoffnung aufkommen: Hessen ist bundesweit Schlusslicht. 2008 haben gerade einmal 53 Menschen nach dem Tod ihre Organe gespendet.

Die CDU-Fraktion im Landtag ist für die Ausweitung einer Landesinitiative. Die war 2006 gestartet worden, den aktuellen Tiefstand hat sie nicht verhindert. Die Initiative der Jungen Liberalen aus Fulda geht in eine ähnliche Richtung: Sie schlagen vor, dass jeder Bürger, der einen Ausweis oder Führerschein beantragt, einen Organspendeausweis bekommt.

Doch statt eine Info-Kampagne nach der anderen zu starten und haufenweise Spendeausweise zu verteilen, lohnt sich ein Blick in Praxen und Kliniken: Viele Menschen beschäftigen sich erst dann ernsthaft mit dem Thema, wenn sie selbst oder ein Angehöriger ein Organ brauchen. Ärzte zu unterstützen, um Menschen rechtzeitig für das Problem zu sensibilisieren - lange bevor quasi über Nacht Entscheidungen getroffen werden müssen - das wäre allemal eine Kampagne wert.

Lesen Sie dazu auch: Bei der Organspende liegt Hessen auf dem letzten Platz

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