Ärzte Zeitung, 22.05.2009

Internet bringt Ruheständler viele Patienten

NEU-ISENBURG (ger). Wer einmal im Internet verzeichnet ist, bleibt lange drin. Diese Erfahrung hat jetzt ein Rheumatologe aus Koblenz gemacht. Obwohl er seit Jahren im Ruhestand ist, bekommt er weiter Anrufe von Patienten, die dringend einen Termin brauchen.

"Was steht im Internet eigentlich über Sie?" - dieser Beitrag in der "Ärzte Zeitung" veranlasste den Rheumatologen Dr. Wolfgang Günther aus Koblenz dazu, sich bei der Redaktion zu melden. Seit zwei Jahren sei er im Ruhestand, arbeite nur noch ab und zu als Gutachter. Die alte Telefonnummer der Privatpraxis ist daher weiterhin geschaltet. Das Problem: "Ich bekomme ständig Anrufe von Patienten, die einen Termin bei mir bekommen wollen."

"Es tut mir immer leid, wenn die Patienten vergeblich anrufen", sagt der Rheumatologe. "Es gibt in meiner Fachgruppe nur wenige Alternativen." Ein Kollege nehme keine Kassenpatienten mehr auf, ein anderer habe ein halbes Jahr Wartezeit.

Eigentlich hat Günther nach Schließung seiner Praxis seine Hausaufgaben gemacht. Er sei weder im Telefonbuch noch in den Gelben Seiten registriert, betont der Pensionär. Des Rätsels Lösung: Die Anrufer finden ihn über das Internet. Wer über die Suchmaschine Google die Suchworte "Dr. Wolfgang Günther Rheumatologe Koblenz" eingibt, erhält 1280 Treffer. Und auch ohne Namen kommt man über "Rheumatologe Koblenz" über mehrere Branchendienste im Internet zu Dr. Wolfgang Günther, selbst über Google Maps.

Günthers Problem ist, dass nicht alle Branchendienste ihre Adressen regelmäßig aktualisieren - die Lösung kann damit letztlich nur sein, alle Branchendienste, bei denen er registriert ist, einzeln anzumailen und auf den fehlerhaften Eintrag hinzuweisen - oder seine Telefonnummer zu ändern.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Des einen Freud, des anderen Leid

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