Ärzte Zeitung, 02.06.2009

Abtreibungsarzt in den USA ermordet

WASHINGTON(dpa). Ein bekannter Abtreibungsarzt in den USA ist im Bundesstaat Kansas bei einem Kirchenbesuch erschossen worden. Ein Mann habe den auf Schwangerschaftsabbrüche im fortgeschrittenen Stadium spezialisierten Arzt Dr. George Tiller am Sonntagvormittag in der Kirche seiner Gemeinde in Wichita erschossen, berichteten US-Medien. US-Präsident Barack Obama verurteilte die Tat als ein "abscheuliches" Verbrechen.

Bereits wenige Stunden nach der Tat wurde ein 51-jähriger Mann unter dringendem Tatverdacht festgenommen, wie der Nachrichtensender CNN am Montag berichtete. "Wir glauben, dass wir den Richtigen festgenommen haben", zitierte der Sender den Polizeibeamten Tom Stoltz. Der Täter hatte die tödlichen Schüsse im Eingangsbereich der Kirche auf den 67-Jährigen abgefeuert. Kurze Zeit später habe man einen blauen Ford davonfahren sehen, hieß es.

Tiller gehörte zu den umstrittensten Abtreibungsärzten der USA. Wie die "New York Times" berichtete, war bereits 1993 ein Anschlag auf ihn verübt worden. Damals habe er Schussverletzungen in beiden Armen erlitten. Mitte der 90er Jahre wurde seine Klinik bei einem Bombenanschlag schwer beschädigt.

Der Arzt nahm dem Bericht zufolge seit den 70er Jahren Abtreibungen vor. Regelmäßig hätten Abtreibungsgegner vor seiner Klinik, aber auch vor seinem Privathaus und seiner Kirche demonstriert, hieß es.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »