Ärzte Zeitung, 13.10.2009

Nase vorn mit dem richtigen Absprung

Von Sabine Schiner

Mit einem neuen Messverfahren haben Sportwissenschaftler der Uni Kassel eine Technik entwickelt, wie Schwimmstaffeln deutlich Zeit gewinnen können.

KASSEL. Im Leistungssport entscheidet häufig eine winzige Zeitspanne über einen Platz auf dem Siegerpodest. Sportwissenschaftler der Uni Kassel haben nun eine neue Technik für die Schwimmstaffeln im National-Kader entwickelt. Der Trick: Mit einem kräftigen Absprung vom Startblock können bis zu 1,5 Sekunden Zeit gewonnen werden.

Beim Staffelwettkampf, so Professor Armin Kibele am Institut für Sport und Sportwissenschaften in Kassel, komme es auf einen möglichst kräftigen Absprung der Schwimmer vom Startblock an. "Gelingt der Absprung optimal, so hat der Schwimmer die Nase vorn," so Kibele.

Um einen optimalen Absprung ermitteln zu können, hat das Team um Kibele ein neues Messverfahren entwickelt: Ein elektronischer Startblock ermittelt die Kraft, mit der sich ein Schwimmer beim Start abstößt. Der schnelle Absprung gelinge, so die Wissenschaftler, wenn der Schwimmer den Schwerpunkt seines Körpers mehr nach unten und nach hinten verlagert und sich möglichst horizontal abstößt.

Das nächste Forschungsprojekt der Kasseler Wissenschaftler steht bereits fest: Sie wollen das Höhentraining der deutschen Schwimmer verbessern. Unter anderem gehen die Forscher der Frage nach, wie schnell sich eine Anpassung der Sauerstoffsättigung im Blut des Sportlers beim Training in extremer Höhe verändert.

Topics
Schlagworte
Panorama (30672)
Personen
Sabine Schiner (307)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Werden europäische Männer immer unfruchtbarer?

Männern haben immer weniger Spermien. Direkte Rückschlüsse auf Fruchtbarkeit erlaubt das nicht – es könnte aber nur die Spitze eines Eisbergs gesundheitlicher Probleme sein. mehr »

Psychotherapie soll künftig Unifach werden

Ein einheitliches Berufsbild, Studium an der Uni. Die Psychotherapeutenausbildung steht vor umwälzenden Veränderungen. Kritiker vermissen beim Entwurf aber Konkretes zum Thema Weiterbildung. mehr »

Ist die menschliche Entwicklung am Ende?

Über Hunderttausende von Jahren ist der Mensch zu dem geworden, was er heute ist. Und nun? Ein Grimme-Preisträger fragt sich, ob Unsterblichkeit erstrebenswert ist und wohin uns die Evolution führen wird - oder kann der Mensch sie austricksen? mehr »