Ärzte Zeitung, 19.10.2009

Ausgezeichnete Ideen und Ideale

Was haben Organisationen, die sich um Menschen in Not kümmern, mit innovativen Unternehmen zu tun? Eine ganze Menge - zeigte ein Gala-Abend in Berlin.

Von Hauke Gerlof

Ausgezeichnete Ideen und Ideale

Innovationen und Ideale jeweils an einem Tisch: Während des Dinners und zwischen den Programmpunkten entwickelten sich spannende Gespräche zwischen Forschern und Vertretern karitativer Institutionen.

"Mit Ideen und Idealen in die Zukunft" - das hätte das Leitwort für diesen Abend sein können. Denn im Berliner Hotel Adlon ging es nicht nur um den von der "Ärzte Zeitung" gestifteten Galenus-Preis.

"Es ist so beeindruckend, was Menschen im Gesundheitswesen tun, um anderen Menschen zu helfen", sagte Gastgeber Harm van Maanen, Executive Vice President von Springer Medizin, zu Beginn des Gala-Abends. Doch diese Hilfe bestehe nicht nur aus Ideen und Innovationen, die entwickelt werden, um Kranken neue Heilungschancen zu geben. "Die Bandbreite muss größer sein", so van Maanen. "Wir wollten Brücken bauen und auch die andere Seite auszeichnen" - Organisationen, die schwer kranken Menschen in ihrer Not helfen. Die Geburtsstunde des Charity-Awards.

Und so stand der ganze Abend im Spannungsfeld zwischen Ideen und Idealen. Dass beide oft nur zwei Seiten einer Medaille sind - auch das zeigte die festliche Preisverleihung: Professor Dagmar Schipanski, Schirmherrin der KinderKrebshilfe beschrieb die Fortschritte in der Therapie von Kindern mit Krebs seit Gründung der KinderKrebshilfe, auch gefördert von der KinderKrebshilfe, einem der beiden Charity-Award-Gewinner.

Auf der anderen Seite etwa Orfadin®, der Gewinner des Galenus-Preises der Kategorie Specialist Care. Das Mittel reduziert die Sterberate bei Tyrosinämie Typ 1 drastisch - die Arznei wurde für nur ganz wenige Patienten entwickelt, nur einige 100 in Europa.

Wie sehr Ideale und äußere Umstände Ideen von Forschern beeinflussen, zeigte Festredner Professor Paul U. Unschuld von der Charité. Er beschrieb eindrucksvoll, dass sich die Idee der Naturgesetze erst entwickelte, als die Griechen von der Willkür der Tyrannen genug hatten und Staatsformen entwickelten, in denen die Gesetze über den Staatslenkern standen. Häufig sei ein Credo Basis neuer naturwissenschaftlicher Erkenntnisse.

Ähnliche Bezüge zwischen politischen Umgebungsbedingungen und medizinischem Denken wies Unschuld für die Entdeckung des Blutkreislaufs nach - und schloss nicht aus, dass äußere Bedingungen auch wissenschaftliche Erkenntnisse der Gegenwart beeinflussen könnten.

Ideale befruchten Ideen - und umgekehrt. "Ich hoffe, dass keiner von Ihnen die Motivation verliert, Dinge immer noch besser zu machen", sagte Harm van Maanen an die Adresse der Gewinner und aller Kandidaten.

Der nächste Galenus-Preis kommt bestimmt - im nächsten Jahr, zum 25-jährigen Bestehen.

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Die Gewinner stellen sich vor:

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