Ärzte Zeitung, 25.01.2010

EU will Adoption von Kindern aus Haiti regeln

Das UN-Hilfswerk Unicef klagt über Netzwerke von Händlern, die illegal Kinder aus Haiti verschleppen.

TOLEDO/MÜNCHEN (dpa). Bei Adoptionen von Waisenkindern aus dem Erdbebengebiet in Haiti wollen die 27 EU-Staaten gemeinsam vorgehen. "Wir denken über eine europäische Lösung nach", sagte der zuständige EU-Kommissar Jacques Barrot am Freitag in Toledo. Die europäischen Justizminister hätten sich bei ihren Treffen am Freitag in Toledo darauf verständigt, in dieser Sache mit dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) zusammenzuarbeiten. Unicef habe über Netzwerke von Kinderhändlern geklagt, die illegal Kinder aus Haiti verschleppten und auf den Adoptionsmarkt brächten. Nach Angaben von Barrot haben die Niederlande angekündigt, Adoptionsverfahren für Kinder aus Haiti zu beschleunigen - allerdings gelte dies nur, wenn die Adoption bereits vor dem Erdbeben geplant war.

Nach dem katastrophalen Erdbeben vor mehr als einer Woche leisten auch Apotheker weiterhin Hilfe, wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände am Freitag mitteilte. "Apotheker ohne Grenzen" stelle eine Notfallsendung zusammen, die 10 000 Menschen für drei Monate mit Medikamenten und Verbandsmaterial versorgen soll. Das Hilfswerk der Bayerischen Apotheker schicke Medikamente in ein Krankenhaus in Haiti. Zudem gehe eine Tonne Arzneimittel und Verbandstoffe an eine mobile Klinik, die in Port-au-Prince aufgebaut wird.

www.abda.de; www.apotheker-ohne-grenzen.de; www.hilfswerk-bayern.de

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