Kongress, 14.04.2010

Ein Hort der Ruhe mit Kunst von Ärzten für Ärzte

Ein Hort der Ruhe mit Kunst von Ärzten für Ärzte

Die Kunstoase beim Internistenkongress hat Tradition -und in diesem Jahr ein ganz besonderes Konzept. Vorgestellt werden in Wiesbaden künstlerische Arbeiten von Ärzten, die sich an einem Wettbewerb beteiligt haben.

Von Ursula Armstrong

Ein Hort der Ruhe mit Kunst von Ärzten für Ärzte

Bilder zum Thema "Licht" - betrachtet von Kongresspräsident Professor Jürgen Schölmerich (links), dem Fotografen Achim Kress und einem Besucher (von links). © sbra

"Kunst für Ärzte - Ärzte als Künstler": Eine ganz besondere Ausstellung ist in der diesjährigen Kunstoase auf dem Internistenkongress zu sehen.

"Kunst und Medizin haben viel miteinander zu tun", räsonierte Kongresspräsident Professor Jürgen Schölmerich aus Regensburg bei der Eröffnung der Ausstellung. Studien hätten ergeben, dass Kunst den kli-nischen Blick schult.

Kein Wunder also, dass sich viele Ärzte der Kunst verschrieben haben. 33 Ärzte-Künstler hatten sich bei dem Wettbewerb beworben, der der Ausstellung vorausgegangen war, erzählt Dr. Falitsa Mandraka, Oberärztin an der Uniklinik Regensburg, die den Wettbewerb betreut hat.

Sie seien überrascht gewesen von der Kreativität und dem Engagement der Kollegen und der Vielfalt ihrer Werke. Sechs Ärzte-Künstler gingen schließlich als Sieger des Wettbewerbs hervor und stellen nun in der Kunstoase in der Springer-Lounge ihre ganz unterschiedlichen Werke aus.

Da sind die Oeuvres zweier Konzeptkünstler: Schiefertafeln, in Sütterlin beschriftet mit dem Wort "Heilkunst", davor brennt ein rotes Friedhofslicht, eine Installation von Dr. Detlef Becker-Capeller. Dieser "Heldenfriedhof im Kleinen" ist ein Mahnmal für die zunehmend aussterbenden Heilkünstler unter den Ärzten, erklärt der Internist und Rheumatologe, der in Hamburg und Stade niedergelassen ist.

Eine zwei Meter hohe Giraffe ist das Werk des anderen Konzeptkünstlers, Dr. Horst Frebel, niedergelassener Radiologe aus Wernigerode. Die Giraffe sei "Teil des Gesundheitswesens". Denn Frebel hat sie aus alten Überweisungsscheinen hergestellt. Sie symbolisiere die Ärzteschaft, die immer noch stolz dastehe. Zwei Ärzte stellen Plastiken aus. Kleine Bronzefiguren wie etwa "Die Nägelbeißerin" stammen von Dr. Anna Skrabal, einer niedergelassenen Kinder- und Jugendpsychiaterin, die aus Klagenfurt kommt.

Die Skulpturen von Professor Walter E. Haefeli, dem Lehrstuhlinhaber für Klinische Pharmakologie an der Uni Heidelberg, dagegen zeichnen sich durch die Kombination von Materialien und sehr poetische Titel aus wie "Vision - leaving the day before tomorrow".

Informelle Malerei ist die Passion der Münchner Internistin Dr. Maria Beykirch, die im Spannungsfeld von Malerei, Tanz und Medizin arbeitet. Außerdem sind vier Schwarz-weiß-Fotos von Achim Kress, einem Assistenzarzt aus Gelnhausen, zu sehen. Er beschäftigt sich in seinen Arbeiten mit dem Thema "Licht".

Und schließlich kann man auf einem Monitor verfolgen, wie das Logo des diesjährigen Kongressprogramms entwickelt wurde. Der Künstler und Kunstlehrer Peter Stieler hat den Titel entworfen. Die Arbeit unterscheidet sich stark von den bisherigen Logos des Internistenkongresses. Der Künstler versucht den Brückenschlag zwischen den tief verwurzelten und den modernen Methoden sowie zwischen den Schwerpunkten der Inneren Medizin zu visualisieren.

Die Kunstoase ist vom Unternehmen "Springer Medizin" unterstützt worden. Auch die "Ärzte Zeitung" gehört zu dieser Verlagsgruppe.

"Ärzte und Künstler erfreuen uns hier mit Kunst und schenken uns einen Hort der Ruhe", so die Bilanz von Kongresspräsident Schölmerich. "Die Idee war gut."

Termine am Mittwoch

Staatstheater

Die spanische Stunde (L'Heure espagnole), zwei Operneinakter, Christian-Zais-Straße 3, Großes Haus, 19.30 Uhr
Emilia Galotti, Tragödie von Gotthold Ephraim Lessing, Christian-Zais-Straße 3, Kleines Haus, 19.30 Uhr

Schlachthof

Lostprophets/The Blackout. Alternative Rock-Legenden-Konzert. kulturzentrum, Konzert ab 20 Uhr, Gartenfeldstr. 57

Ausstellungen

Marktkeller: "Titanic - die Ausstellung": Mit den detailgetreuen Nachbauten ist die Ausstellung eine faszinierende Reise zum berühmtesten Schiff aller Zeiten. Die weltgrößte Privatsammlung an Gegenständen von Reisenden und dem Schiff gastiert in Wiesbaden; Dernsches Gelände, 10 bis 19 Uhr
Frauenmuseum: "Fräulein Stinnes fährt um die Welt", abenteuerliche Geschichte von Clärenore Stinnes, die als erste Frau die Erde mit einem Automobil umrundet hat. Wörthstraße 5, 10-17 Uhr
Umweltladen: "Von der Glühbirne zur Leuchtdiode", Luisenstraße 19, geöffnet 10 bis 18 Uhr
Museum Wiesbaden: Walter Dexel - Das druckgraphische Werk. Nicht nur im Bereich der bildenden Kunst zählte Dexel zur Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts.
Alan Uglow - Werke aus der Sammlung Mondstudio. lan Uglows Arbeiten bilden einen Schwerpunkt der Sammlung. Das Museum Wiesbaden zeigt Gemälde, Objekte, Zeichnungen sowie fotografische Arbeiten. Friedr.-Ebert-Allee 2, 10-17 Uhr

Caligari FilmBühne

"Affairen à la carte", französisches Kino, Marktplatz 9, 20 Uhr

Vortrag

Stadtteilbibliothek: Literarisches aus Litauen, Biegerstraße 15, 19.30 Uhr

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