Ärzte Zeitung, 12.04.2010

Erdbeben in Haiti öffnet die Geldbeutel

Die Spendenbereitschaft sank im Jahr 2009 leicht. Das hat sich mit dem Erdbeben in Haiti geändert.

BERLIN (eb). Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Spendenvolumen in Deutschland im vergangenen Jahr um drei Prozent auf knapp 2,1 Milliarden Euro reduziert. Das ist das Ergebnis der "Bilanz des Helfens", einer vom Deutschen Spendenrat beim Markforschungsinstitut GfK Panel Services Deutschland in Auftrag gegebenen Studie. Damit wird regelmäßig der Spendenmarkt analysiert. Die Spendenbereitschaft ging vor allem in der ersten Jahreshälfte 2009 deutlich zurück.

Im folgenden zweiten Teil des Jahres stieg das Spendenaufkommen wieder - Auslöser hier waren vor allem die Naturkatastrophen in Südostasien, wie der schwere Wirbelsturm auf den Philippinen und das Erdbeben auf Sumatra Ende September 2009.

Eine noch größere Spendenwelle löste das Erdbeben in Haiti aus. In den Monaten Januar und Februar 2010 wurden rund 155 Millionen Euro von den Deutschen gespendet - das ist bereits ein Anstieg von über 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Ungeschlagen ist aber weiterhin das Spendenaufkommen nach dem Tsunami im Jahr 2004.

Insgesamt reduzierten sich die Zuwendungen an Hilfsorganisationen, gemeinnützige Organisationen und Kirchen jedoch im Jahr 2009 um rund 65 Millionen Euro gegenüber dem Jahr 2008. Im gleichen Zeitraum sank aber auch die Zahl der Spendenaufrufe per Post um 18 Prozent auf 182 Millionen Briefe.

Auch die Zahl der privaten Spender war im vergangenen Jahr rückläufig. Die Spenderquote sank erstmals knapp unter die 20-Prozentmarke. Besonders gebefreudig zeigten sich wie schon in der Vergangenheit ältere Menschen. Rund die Hälfte des Spendenvolumens kam von Personen ab 60 Jahren.

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