Ärzte Zeitung, 04.05.2010

Ärztin testet Lachyoga sogar bei chronisch Kranken

Kinder lachen bis zu 400 Mal am Tag, Erwachsene nur 15 Mal. Das Lachen vergeht aber vielen Kindern inzwischen: Leistungsdruck und Stress in der Familie belasten.

Von Stefanie Terschüren

Ärztin testet Lachyoga sogar bei chronisch Kranken

Lachyoga gibt es seit etwa 15 Jahren. © drubig-photo / fotolia.com

HORN-BAD MEINBERG. Erwachsene Menschen lachen viel zu selten und tun ihrer Gesundheit damit keinen Gefallen. Das gehört zu den Kernaussagen des ersten deutschen Lachyoga-Kongresses in Horn-Bad Meinberg bei Detmold. "Kinder lachen bis zu 400 Mal am Tag, Erwachsene im Schnitt 15 Mal", sagte Susanne Heidel, Diplom-Sozialpädagogin und Leiterin eines Lachclubs in Bielefeld. Rund 250 Fachleute trafen sich am Wochenende in Europas größtem Yoga-Zentrum.

Lachyoga gibt es seit etwa 15 Jahren. Es kombiniert grundloses Lachen und Atemübungen aus dem Yoga. "Das Konzept basiert auf der Erkenntnis, dass der Körper nicht zwischen einem künstlichen Lachen und einem echten unterscheiden kann", schilderte Heidel.

Doch sogar den Vorschulkindern sei das Lachen im Alltag häufig bereits vergangen, kritisieren die Yoga-Verfechter. "Leistungsdruck, Stress in der Familie und gesundheitliche Probleme wie Allergien sind belastend. Kinder reagieren sich ab, indem sie aggressiv sind und unkonzentriert", sagte Gisela Dombrosky, Gesundheitscoach in Neuss. Seit zwei Jahren lacht sie ehrenamtlich mit Kindergartenkindern.

Auch in der Therapie von chronisch Kranken wird Lachyoga bereits getestet. Auf der Insel Helgoland will die Chefärztin der Neurologischen Abteilung der Paracelsus Nordseeklinik, Dr. Anja Bilsing, die Lebensqualität ihrer Parkinsonkranken verbessern. "Lachen bewirkt neben den körperlichen Reaktionen auch, dass das Denken Pause hat", beschreibt die Neurologin den Effekt. Die Ärztin hofft, dass das durch Stress ausgelöste Zittern abnimmt, und das Sprechen sich wieder verbessert. (dpa)

Topics
Schlagworte
Panorama (30661)
Krankheiten
Allergien (3080)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »