Ärzte Zeitung, 28.05.2010

Ehre für "deutschen Dr. House" aus Marburg

Der Marburger Kardiologe Professor Jürgen Schäfer wird mit einem Preis für exzellente Lehre ausgezeichnet.

MARBURG (coo). Mitunter wird er als "deutscher Dr. House" angesprochen. Genau genommen bietet er aber nur ein medizinisches Seminar mit dem Titel "Dr. House - oder: Hätten wir den Patienten in Marburg auch geheilt" - passend zur beliebten Fernsehserie mit Hugh Laurie. Während des Medizinischen Fakultätentages am 3. Juni wird der Marburger Kardiologieprofessor Jürgen Schäfer nun mit dem Bundeslehrpreis "Ars Legendi" für exzellente Lehre ausgezeichnet. "Jürgen Schäfer steht mit Begeisterung für den Einsatz neuer Medien in der klinischen Ärzteausbildung als Instrument für fächerübergreifende Lehre", lobt der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft. Er trage mit seinen Arbeiten zur nachhaltigen Verbesserung der Lehre in Deutschland bei.

Sein Seminar benutzt die Fernsehserie als Türöffner, um Studenten der höheren Semester zu erreichen. Dabei dienten die in der Dr.-House-Serie theatralisch dargestellten Krankheitsbilder in idealer Weise als Steilvorlage zu den Fällen, die im Seminar herausgearbeitet werden. Aktuell setzt sich Schäfer für eine "Nationale Mediensammlung Medizin" ein.

Der vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und dem Medizinischen Fakultätentag vergebene Preis ist mit 30 000 Euro dotiert. Gemeinsam mit Schäfer wird der Biochemiker Professor Peter Dieter von der Technischen Universität Dresden ausgezeichnet, der für sein Lebenswerk geehrt wird.

Er ist maßgeblich an der Entwicklung des studentenfreundlichen Dresdner Reformcurriculums beteiligt und hat zahlreiche Partnerschaften für die hochschulmedizinische Lehre aufgebaut. Aktuell kämpft er für bessere Rahmenbedingungen bei Staatsexamensprüfungen in der Medizin.

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