Ärzte Zeitung, 14.06.2010

Weltblutspendetag: Aufruf zum Blutspenden

Weltblutspendetag: Aufruf zum Blutspenden

Jede Blutspende wird dringend gebraucht.
© Gina Sanders / fotolia.com

HAMBURG (dpa). Zum Weltblutspendetag am 14. Juni rufen Hilfsorganisationen zum Spenden auf. 82 Prozent aller Menschen haben nach Angaben der WHO keinen Zugang zu sicheren Konserven. 

Mit genug Blutersatz könnten zum Beispiel 150 000 Frauen jährlich gerettet werden, die bei Schwangerschaften oder Geburten sterben. Weltweit werden pro Jahr 75 Millionen Spenden benötigt. 

In Deutschland zählt das Rote Kreuz im Jahr 3,8 Millionen Blutspenden, dazu kommen 2,4 Millionen bei staatlichen und privaten Spendediensten. Der Weltblutspendetag erinnert an den am 14. Juni 1868 geborenen Blutgruppen-Entdecker Karl Landsteiner.

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Gina Sanders (269)
[14.06.2011, 14:17:57]
Hanne Jung 
Nicht jeder als Blutspender willkommen?
Sehr geehrte Damen und Herren,

anlässlich des heutigen Welt-Blutspende-Tages (14.06.) möchte ich auf diesem Weg auf die unbefriedigende Situation der Hämochromatose-Betroffenen aufmerksam machen.
Es stellt sich hier die Frage, warum gesunde, spendefähige und vor allem spendewillige Hämochromatose-Patienten in der Erhaltungsphase nicht bundesweit bei allen Blutspendediensten zugelassen sind?

Zu meiner Person:
2004 ist bei mir die erblichen Form der Hämochromatose diagnostiziert worden; seit 3 Jahren befinde ich mich in der Erhaltungsphase, so daß meine Blutwerte (insbesondere Ferritin, Serumeisen und Hb) völlig in der Norm sind. In meinem Fall werden die Blutparameter 1/4-jährlich durch Aderlässe à 500ml reguliert. Auch alle anderen Blutparameter befinden sich im Normbereich.
Von verschiedenen Hämochromatose-Betroffenen habe ich zwischenzeitlich erfahren, dass Hämochromatose-Patienten mittlerweile (seit Mai 09?) regional durchaus zur Blutspende zugelassen sind, d.h. dass das Blut nicht verworfen wird, sondern wie anderes Spenderblut auch weiterbehandelt und aufgearbeitet werden kann.

Nun meine Frage:
Können Sie mir mitteilen, ob es eine bundesweit einheitliche Regelung für die Zulassung, bzw. Ablehnung von Hämochromatose-Betroffenen zur Blutspende gibt, oder ist das wirklich Ermessenssache der einzelnen Blutspendedienste und wird von Bundesland zu Bundesland verschieden gehandhabt?

Durch die Zulassung von gesunden Hämochromatose-Betroffenen zur Blutspende könnte der „Blut- und Plasma-Knappheit“ in Deutschland ein sicheres Ende gesetzt werden, da von dieser Gruppe schließlich eine gesicherte Menge an Blut (in meinem Fall 2 Liter pro Jahr) abgegeben wird, das bisher leider einfach entsorgt wird.
Es macht in meinen Augen keinen Sinn, zum einen gesundes Aderlaß-Blut wegzuschütten und andererseits die Bevölkerung dringend zu Blutspenden aufzurufen!

Ich möchte noch einmal betonen, dass es bei meiner Anfrage ausschließlich um gesunde spendefähige Hämochromatose-Betroffene in der Erhaltungsphase geht, die ansonsten (außer der Hämochromatose) alle Spendekriterien erfüllen.

Übrigens macht ein Verweis auf die Blutspendedienste vor Ort nicht viel Sinn. Ich habe bereits alle mir bekannten, in Frage kommenden Dienste angeschrieben und zum größten Teil nicht einmal eine Antwort bekommen. Eine bundesweit einheitliche Regelung wäre hier durchaus angebracht und wünschenswert.
mit freundlichen Grüßen,
Hanne Jung, wohnhaft Raum München Süd-Ost zum Beitrag »

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