Ärzte Zeitung, 17.06.2010

Übers Geld reden die Deutschen nicht

Viele Deutsche haben nur wenig Interesse an Finanzthemen, die sie unmittelbar betreffen. Gleichzeitig ist finanzielle Sicherheit für sie ein hoher Wert.

Übers Geld reden die Deutschen nicht

Schweigen ist Gold - die meisten Deutschen reden nicht gerne über Geldangelegenheiten.

© Sarah Domingos / fotolia.com

QUICKBORN (ava). Finanzielle Sicherheit: ja - selbst um Finanzen kümmern: nein. Das ist ein zentrales Ergebnis der Studie "Kunden-Motive 2010: Geliebt, aber vernachlässigt - die Deutschen und ihre Einstellung zu Geld und Finanzen", herausgegeben von der comdirect bank und umgesetzt vom Meinungsforschungsinstitut Forsa.

Obwohl 59 Prozent der Umfrageteilnehmer die finanzielle Sicherheit als besonders wichtig in ihrem Leben bewerten, und 71 Prozent sich von der Finanzmarktkrise betroffen fühlen, wollen sich die wenigsten mit Finanzthemen beschäftigen.

Nur jeder Dritte (31 Prozent) interessiert sich stark oder sehr stark beispielsweise für sichere Geldanlage oder Altersvorsorge. Diese Einstellung zeigt sich auch im Alltag: Nur fünf Prozent der Befragten sprechen der Umfrage zufolge häufig mit Bekannten oder Kollegen über Geld.

Für die repräsentative Untersuchung hat das Meinungsforschungsinstitut forsa 1050 Personen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren befragt. Demnach haben im zweiten Jahr nach Ausbruch der Finanzmarktkrise 38 Prozent der Befragten ihren Umgang mit Geld verändert. Das sind immerhin deutlich mehr als 2009 (21 Prozent).

Ungenutzt lassen nach der Umfrage die Bürger das Sparpotenzial bei Finanzprodukten: 57 Prozent vergleichen regelmäßig Benzin- oder Dieselpreise, 23 Prozent nehmen Mobilfunktarife genau unter die Lupe. Die Konditionen von Banken und Sparkassen vergleicht dagegen nur jeder Zehnte regelmäßig. Mehr als jeder Vierte (27 Prozent) gibt an, bei Finanzdienstleistungen und -produkten nie Konditionen zu vergleichen.

Der Studienband mit weiteren Ergebnissen und Grafiken steht zum Download bereit unter www.comdirect.de/studie

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »