Ärzte Zeitung, 19.04.2011

Verletzungen deuten auf Einsatz von Streubomben hin

FRANKFURT/MAIN (Smi). Die Anhänger des libyschen Diktators Gaddafi setzen im Kampf um Misrata offenbar auch Streubomben ein. Entsprechende Berichte der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wurden jetzt durch Aussagen eines Klinikverwalters gestützt.

Khaled Abu Falgha vom Krankenhaus in Misrata sagte, dass die schwerwiegenden Verletzungen jüngst eingelieferter Patienten auf den Einsatz der international geächteten Streubomben hinwiesen. Bei vielen Patienten müssten Gliedmaßen amputiert werden.

Seit Beginn der Kämpfe seien in Misrata 1000 Menschen getötet und 3000 verletzt worden. Vier von fünf Opfern seien Zivilisten. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) hat 99 Menschen aus Misrata nach Zarzis in Tunesien evakuiert.

"Die Krankenhäuser in Misrata müssen ihre Patienten ohne abgeschlossene Behandlung entlassen, um neue Verwundete aufzunehmen", berichtete Dr. Morten Rostrup von MSF. "Viele Verletzte können medizinische Einrichtungen nicht erreichen, ohne erneut ihr Leben zu riskieren."

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