Ärzte Zeitung, 25.08.2011

Mediziner vermessen Leipziger Schulkinder

LEIPZIG (dpa). Auf der Suche nach den Auslösern von Zivilisationskrankheiten vermessen Leipziger Ärzte demnächst ganze Schulklassen. 15.000 Kinder und Jugendliche - gesunde und kranke - sollen im Rahmen des LIFE-Child-Projektes untersucht werden, wie Professor Wieland Kiess, Leiter der Uni-Kinderklinik, am Donnerstag sagte.

Die Forscher wollen herausfinden, wie Umwelt und Lebensgewohnheiten schon bei Kindern Volkskrankheiten wie Übergewicht, Diabetes oder Allergien beeinflussen. Die Untersuchungen reichten von Blutdruckmessungen über einen 3D-Bodyscan bis hin zu Fragen zum Lebensumfeld. 150 verschiedene Methoden haben die Mediziner im Repertoire.

"Wir sammeln einen Riesenwust an Daten", sagte Kiess. "Wir wollen nicht nur herausfinden, was Kinder krank macht, sondern auch, was Kinder schützt und sie gesund hält." Es sei wichtig, dass möglichst komplette Klassen untersucht werden, um die gesamte Gesellschaft abzubilden.

Die Studie ist langfristig angelegt, die Kinder und Jugendlichen sollen über zehn Jahre begleitet werden. Die Teilnahme ist freiwillig. Mit einem gewissen Schwund sei natürlich zu rechnen, sagte Kiess. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass in zehn Jahren noch 60 Prozent der Probanden mitmachen.

LIFE-Child ist ein Teilprojekt des groß angelegten Leipziger Forschungszentrums für Zivilisationskrankheiten (LIFE). Dieses hatte sich bei einer Landesexzellenzinitiative des Freistaats Sachsen durchgesetzt und wird mit 38 Millionen Euro gefördert.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »