Ärzte Zeitung, 30.01.2012

Schwarzer sieht Frauenarchiv gefährdet

KÖLN (dpa). Die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer (69) sieht ihr feministisches Archiv in Köln von Schließung bedroht. Die rot-grüne NRW-Regierung wolle ihr überraschend und drastisch die Förderung für den so genannten FrauenMediaTurm kürzen, kritisierte Schwarzer am Montag.

Damit drohe das Aus für das "in dieser Form weltweit einmalige Frauenarchiv".

Ein Sprecher der Düsseldorfer Landesregierung sagte dazu, man habe Schwarzer bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass eine Kürzung nicht vermeidbar sei.

Sonst könnten Projekte wie etwa Frauenhäuser, in denen Gewaltopfer Schutz finden, nicht gefördert werden.

Weitere Halbierung angekündigt

2008 hatte die schwarz-gelbe Vorgängerregierung dem Archiv - einer gemeinnützigen Stiftung - bis 2017 jährlich 210.000 Euro Steuermittel zugesagt.

Nachdem das neue Emanzipationsministerium von Barbara Steffens (Grüne) aber schon für 2011 seinen Anteil von 70.000 Euro komplett gestrichen hatte, kündigten jetzt die beiden Ministerien für Familie und Wissenschaft eine Halbierung der Zuschüsse von 2012 an an.

Mit den dann verbleibenden 70.000 Euro seien gerade mal die Betriebskosten zu decken, betonte Schwarzer.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Personal-Notstand auf deutschen Intensivstationen

Auf deutschen Intensivstationen fehlen mehr als 3000 Spezialpflegekräfte. Die Krankenhäuser wollen reagieren. Das Personal denkt über einen Großstreik nach. mehr »

HIV-Impfung generiert Immunantwort

Eine Impfung gegen HIV ist in frühen klinischen Studien. Erste Ergebnisse sind positiv. mehr »

Warum die Putzhilfe glücklich macht

Putzen, Wäsche waschen, Kochen: Viele Menschen empfinden all das als nervige Pflichten. Wer Geld hat, kann andere für sich arbeiten lassen - und fühlt sich dann zufriedener. Das haben Forscher herausgefunden. mehr »