Freitag, 25. Mai 2012
Ärzte Zeitung, 31.01.2012

Doping-Skandal: DOSB will stärkeren Blick auf Ärzte richten

Doping-Affäre in Erfurt: Sportfunktionäre wollen Ärzte an Olympiastützpunkten in die Pflicht nehmen.

Doping-Skandal: DOSB will stärkeren Blick auf Ärzte richten

DOSB-Chef Bach: Ärzte in die Pflicht nehmen.

© Frank Rumpenhorst / dpa

ERFURT/NEU-ISENBURG (dpa/bee). Nachdem die Doping-Affäre um den Erfurter Sportmediziner Dipl.-Med. Andreas Franke bekannt geworden ist, erwägt nun der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), die Förderauflagen für seine Olympiastützpunkte zu verschärfen.

"Nach dem Abschluss der Untersuchungen wäre es ein denkbarer Schritt, dass wir einerseits die Ärzte an den Olympiastützpunkten noch stärker in die Pflicht nehmen und andererseits bei den zuständigen Organisationen der Ärzte dafür werben, die schwarzen Schafe auch mit berufsrechtlichen Sanktionen zu belegen", sagte DOSB- Präsident Thomas Bach am Dienstag.

Bisher müssen die für die Olympiastützpunkte tätigen Mediziner laut DOSB-Generaldirektor Michael Vesper Ehren- und Verpflichtungserklärungen unterschreiben.

Stärkeres Augenmerk auf die Hintermänner

Die Verbandsfunktionäre sehen in der Affäre auch Positives: "Erfurt ist ein gutes Beispiel dafür, dass wir in Deutschland ein System haben, in dem so etwas aufgedeckt wird", sagte DOSB-Präsident Bach am Montagabend in Stuttgart und erklärte: "Wir müssen noch stärker das Augenmerk auf die Hintermänner legen, auf die Dealer, in diesem Fall auch auf die Ärzte, um diesen Sumpf trockenzulegen."

Der DOSB-Chef betonte die "Notwendigkeit, die Null-Toleranz-Politik gegen Doping jeden Tag zu leben und zu zeigen".

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[31.01.2012, 16:21:59]
Dr. Horst Grünwoldt 
Medizinal-Ethik
Bravo Herr Präsident, geschätzter Dr. Bach!
An die Quelle des Doping-Übels zu gehen, das ist gewiß die richtige Schlußfolgerung eines früheren Olympiakämpfers und Klasseathleten.
Vor allem ist auch die sportmedizinische Qualifikation von beauftragten Ärzten gründlich zu überprüfen, denen unsere großartigen Athleten anvertraut werden. Das dürfen nicht nur Wochenend-Kurs-Absitzer sein.

Schließlich ist nun mal Hochleistungs-Sport mit höherer und komplizierter Verletzungs-Anfälligkeit des menschlichen Organismus verbunden. Und da darf es keine medizinischen Experimente geben!
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock zum Beitrag »

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