Ärzte Zeitung online, 01.02.2012

Armut: Dreijährige besonders betroffen

BIELEFELD (dpa). Bei der Kinderarmut gibt es innerhalb vieler deutscher Städte und Landkreise weiter drastische Unterschiede.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bertelsmann Stiftung. Die Quote von Armut betroffener Babys und Kleinkinder könne von Stadtteil zu Stadtteil zwischen einem und mehr als 50 Prozent liegen, heißt es in der am Mittwoch veröffentlichten Auswertung. Exemplarisch sind darin die Zahlen der Städte Heilbronn und Jena ausgewertet.

In der Studie sind die Kinderarmuts-Zahlen aus allen 412 Kreisen und kreisfreien Städten Deutschlands aufgeführt. Trotz eines gewissen Rückgangs gebe es noch keinen Grund zur Entwarnung, heißt es.

Die Situation der unter Dreijährigen nimmt die Studie besonders unter die Lupe. Demnach trägt diese Gruppe das höchste Armutsrisiko aller Kinder.

Drastische Unterschiede gibt es auch zwischen den Bundesländern: In Sachsen-Anhalt war die Armutsquote bei den unter Dreijährigen im Jahr 2010 mit 33,2 Prozent mehr als dreimal so hoch wie in Bayern (10,1 Prozent).

Das Ost-West-Gefälle ist nach wie vor stark, hat sich aber verringert. Am stärksten von Armut betroffen sind weiterhin die Kinder unter drei Jahren in Berlin (36,3 Prozent).

Insgesamt lebten 2010 in Deutschland 403.000 Kinder unter drei Jahren (19,8 Prozent) in Familien, die auf staatliche Grundsicherung angewiesen waren.

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