Ärzte Zeitung online, 27.06.2012

Patient stirbt bei Brand in Klinik

Tragischer Vorfall im niederbayerischen Bezirksklinikum Mainkofen: Ein psychisch kranker Patient ist bei einem Brand gestorben. Die Polizei rätselt über die Brandursache und ermittelt in alle Richtungen.

Von Thorsten Schaff

Patient stirbt bei Brand in Klinikum Mainkofen

Im Bezirksklinikum Mainkofen ist ein Patient bei einem Zimmerbrand gestorben.

© Bezirksklinikum Mainkofen

DEGGENDORF. Bei einem Brand im Bezirksklinikum Mainkofen im niederbayerischen Deggendorf ist am Mittwochmorgen ein Patient ums Leben gekommen.

Das Feuer brach im Zimmer des 53-Jährigen aus, teilte die Polizei Deggendorf mit. Für ihn kam jede Hilfe zu spät. Die Brandursache ist noch unbekannt.

"Wir stehen bis dato vor einem Rätsel", sagte der Ärztliche Direktor Professor Wolfgang Schreiber der "Ärzte Zeitung". "Die Ermittlungen der Kriminalpolizei laufen in alle Richtungen."

50 Patienten und Klinikmitarbeiter evakuiert

Das Zimmer, in dem das Feuer wütete, befindet sich auf der Station B 17 0 im Gebäude B17, in dem Patienten mit schweren akuten psychiatrischen Erkrankungen untergebracht sind. Nach Angaben der Klinik verfügt die Station über 21 Behandlungsplätze.

Gegen 6:40 Uhr informierte die Rettungsleitstelle Straubing die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Niederbayern über den Brand, gab die Polizei bekannt.

Kurz darauf waren mehrere Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei vor Ort. Das Feuer sei schnell gelöscht worden, heißt es.

Dennoch konnte der 53-jährige Zimmerbewohner nicht mehr gerettet werden. Rund 50 Patienten und mehrere Klinikmitarbeiter seien vorsorglich aus dem Gebäude evakuiert worden, heißt es in dem Polizeibericht.

Sachschaden auf 100.000 Euro geschätzt

Nach Angaben des Ärztlichen Direktors erlitten Mitarbeiter der Frühschicht der betroffenen Station Rauchvergiftungen. Sie konnten von der Polizei noch nicht vernommen werden.

Auf das Feuer aufmerksam wurden sie offenbar durch den Brandgeruch.

Die meisten der evakuierten Patienten könnten nach Einschätzung von Schreiber voraussichtlich im Laufe des Tages zurück auf die Station, einzelne wurden auf andere Stationen gebracht.

Der Sachschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen der Polizei auf rund 100.000 Euro. Doch viel schlimmer wiegt für das Bezirksklinikum der Todesfall.

"Wir sind sehr betroffen", sagte Schreiber der "Ärzte Zeitung". Als erste Reaktion auf die dragischen Vorkomnisse hat die Kinik das für Freitag anberaumte Sommerfest abgesagt.

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