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Fünf Millionen Kinder aus der Retorte

Vor 33 Jahren kam das erste Baby nach einer künstlichen Befruchtung auf die Welt. Laut Schätzungen wurden weltweit Millionen Kinder mit dieser Methode geboren.

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In Deutschland kam das erste Retortenbaby am 16. April 1982 in der Erlanger Frauenklinik zur Welt. Mutter Maria W. nimmt Oliver in den Arm.

In Deutschland kam das erste Retortenbaby am 16. April 1982 in der Erlanger Frauenklinik zur Welt. Mutter Maria W. nimmt Oliver in den Arm.

© Quick / dpa

ISTANBUL (dpa). Die Britin Louise Brown war vor 33 Jahren die erste - seither sind weltweit rund fünf Millionen Retortenbabys zur Welt gekommen.

Diese auf Schätzungen beruhende Zahl hat die Europäische Gesellschaft für Reproduktionsmedizin (ESHRE) am Sonntag auf ihrem 28. Jahreskongress in Istanbul bekannt gegeben.

Zwar habe es seit damals viele rechtliche, moralische und auch ethische Auseinandersetzungen gegeben, sagte die spanische Ärztin und ESHRE-Vorsitzende Anna Veiga.

"Die Fünf-Millionen-Marke ist aber ein Meilenstein, der all dies rechtfertigt." Zugleich sei die Zahl ein Zeugnis der Arbeit vieler Wissenschaftler und Mediziner sowie der Beweis des Vertrauens vieler Patienten in die Methode.

Die Statistik beweise, dass diese Behandlung bei Fortpflanzungsproblemen extrem erfolgreich sei, erklärte der US-Mediziner David Adamson. Angesichts der hohen Kosten könne aber nicht jeder darauf zurückgreifen.

Noch Raum für Verbesserungen

In manchen Ländern gebe es zudem gesellschaftliche Barrieren. Außerdem gebe es noch Raum für Verbesserungen, hieß es mit Blick auf riskante Mehrlingsschwangerschaften.

Die in Istanbul vorgelegten Zahlen basieren auf den weltweiten Geburten nach zwei besonders häufig angewandten Verfahren. Die eine ist die In-Vitro-Fertilisation (IVF), wie sie bei der Mutter von Louise Brown angewandt wurde.

Dabei werden die gereiften Eizellen abgesaugt, im Labor von den Samenzellen des Mannes befruchtet und der entstehende Embryo in die Gebärmutter der Frau eingepflanzt.

Die andere ist die Intra-Cytoplasmatische Sperma-Injektion (ICSI), die bei Fruchtbarkeitsproblemen des Mannes zum Einsatz kommt.

Der Ablauf ist zunächst derselbe wie bei der IVF, zur Befruchtung wird aber eine Samenzelle unter einem Mikroskop in die Eizelle gespritzt.

Lesen Sie dazu auch: Das erste deutsche Retortenbaby wird 30

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