Dienstag, 2. September 2014
Ärzte Zeitung, 18.01.2013

Kommentar

Vorbild Arzt - ein Märchen?

Von Robert Bublak

Sollten Mediziner Vorbilder sein? Das kommt vermutlich darauf an: Hat ein Arzt eine Platzwunde fachgerecht genäht, wird es seinen Patienten wenig stören, wenn der Doktor anschließend ins Freie tritt und sich eine Zigarette anzündet.

In einem anderen Licht dürfte die Zigarette erglühen, wenn der Mediziner dem Patienten zuvor den Tabakverzicht nahegelegt hat.

Zweifel daran, ob Angehörige von Gesundheitsberufen zu Vorbildern für einen gesunden Lebensstil taugen, hat nun eine Studie aus den USA genährt. Menschen, die in der medizinischen Versorgung tätig sind, wissen demnach, wie man gesund lebt.

Aber viele handeln nicht danach. Die Zahlen stammen zwar aus den USA. Doch erst vor einigen Monaten haben Forscher am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ähnliche Untersuchungsresultate vorgelegt.

Ihr Fazit: Ärzte in Deutschland sind weniger fit als der hiesige Durchschnittsbürger.

Spätestens seit Heinrich Heines "Deutschland. Ein Wintermärchen" ist bekannt: Wasser zu predigen und Wein zu trinken, das kommt nicht gut an.

Ein Muster an gesunder Lebensführung war der Dichter indes nur bedingt. Und selbst als Arzt muss man kein Vorbild sein. Man sollte sich dann freilich nicht wundern, wenn im Wartezimmer nur Patienten mit Platzwunden sitzen.

Lesen Sie dazu auch:
Gesunder Lebensstil: Der Mythos vom Vorbild in Weiß

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[19.01.2013, 16:15:34]
Dr. Karlheinz Bayer 
Wenn es um Gesundheiut geht, sind die Badener und Württemberger Vorbild !

Warum ist Baden-Württemberg Vorbild?
Es gibt eine Statistik, die sagt, daß die Bürger dieses Bundeslands bundesweit diejenigen sind, die am ältesten werden.
So einfach ist das.

Dann gibt es auch eine andere Statistik, nach der es kaum ein Bundesland gibt, in dem die Bürger dicker sind, mehr Alkohol konsumieren und mehr ungesundes Fett zu sich nehmen.
Zugegeben, auch das ist einfach.

Nach einer dritten Statistik arbeiten in dem Bäderland Baden-Württemberg mehr Ärzte mit alternativen Fachrichtungen als im Schnitt der anderen Bundesländer. Das ist nicht ganz so einfach, denn Baden-Württemberg ist bislang auch das einzige Bundesland, in dem sich Ärzte dem Hausarztvertrag der AOK angeschlossen und gelobt haben, Leitlinien zu folgen - immerhin, es handelt sich um eine Minderheit.

In Stuttgart gibt es nicht mehr und nicht weniger Herzinfarkte als in Hamburg, Frankfurt oder Berlin, Städte mit besserer Luft als in der Hauptstadt des Autoproduktionslandes Baden-Württemberg.

All das macht uns zu Vorbildern!

Wir scheren uns einen Dreck um das, was gut und richtig sein soll, und werden trotzdem alt ... und wenn wir Baden-Württemberger im Alter krank werden, haben wir Ärzte, die Verständnis haben, auch wenn diese Ärzte an Bewegungsmangel und Übergewicht leiden, nicht zur Vorsorge gehen, sich nicht gegen Grippe impfen lassen und immer wieder lästerliche Leserbriefe schreiben.

Dr.Karlheinz Bayer, Bad Peterstaol und z.B. schokoladeabhängig zum Beitrag »

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