Ärzte Zeitung, 10.06.2013

Mutter kennt Vater nicht

Kind eines Toten geboren

TEL AVIV. In Israel hat eine Frau ein Baby zur Welt gebracht - und zwar sechs Jahre nachdem der ihr unbekannte Vater gestorben ist.

Der unverheiratete Mann mit Kinderwunsch sei vor Jahren an Krebs erkrankt. Vor der Chemotherapie habe er Samenzellen einfrieren lassen, so Irit Rosenblum, Anwältin und Gründerin von "New Family".

Sie setzt sich für das Recht auf Nachkommen auch bei schwerer Krankheit oder nach dem Tod ein. Der Mann verlor den Kampf gegen den Krebs und starb mit 30 Jahren.

Danach machten sich seine Eltern auf die Suche nach einer Frau mit unerfülltem Kinderwunsch.

Gesundes Mädchen

Sie ließ sich mit einer der eingefrorenen Samenzellen des Toten, den sie nie kennengelernt hatte, befruchten. Nun habe sie ein gesundes Mädchen zur Welt gebracht.

"Es ist sehr bewegend zu sehen, wie natürlich die Beziehung zwischen Mutter und Kind und wie liebevoll die Großeltern sind", erzählte Rosenblum. Sie räumte die rechtlichen Probleme im Zusammenhang mit der Samenspende aus dem Weg.

Was Großeltern und Mutter verbinde, sei der Kinderwunsch. Der entscheidende Vorteil für das Neugeborene sei, dass es anders als bei einer anonymen Samenspende wissen dürfe, wer der Vater war und in engem Kontakt zu dessen Familie aufwachsen könne. (dpa)

Topics
Schlagworte
Panorama (30169)
Krankheiten
Krebs (4858)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »