Ärzte Zeitung, 30.09.2013

Denis Mukwege

Arzt erhält Alternativen Nobelpreis

STOCKHOLM. Der Alternative Nobelpreis würdigt 2013 den Arzt Denis Mukwege für seinen mutigen Einsatz für Vergewaltigungsopfer im Kongo.

In einem Krankenhaus in Süd-Kivu behandelt der Gynäkologe unermüdlich Opfer sexueller Kriegsgewalt. Seit Jahren setzt er sich öffentlich dafür ein, deren Peiniger zur Rechenschaft zu ziehen.

Auch ein Attentat auf ihn, bei dem statt Mukwege einer seiner Mitarbeiter starb, brachte ihn nicht dazu, aufzuhören. Mukwege wird auch als Anwärter für den Friedensnobelpreis gehandelt.

Geehrt wurden auch der US-Amerikaner Paul Walker, der Schweizer Agrarforscher Hans Herren und der palästinensische Anwalt und Menschenrechtler Radschi Surani. Die Auszeichnungen sind mit je 57.000 Euro dotiert.

Der US-Amerikaner Paul Walker bekommt die Auszeichnung inmitten der Diskussion um die Vernichtung von Syriens Giftgas-Vorräten als "einer der effektivsten Wegbereiter für die Abschaffung von Chemiewaffen", wie die Right Livelihood Award-Stiftung am Donnerstag in Stockholm mitteilte.

Der Anwalt Surani erhält den Preis, weil er sich "furchtlos und vorurteilsfrei für die Menschenrechte in Palästina und der arabischen Welt" einsetzt. Im Gazastreifen dokumentiere Surani Menschenrechtsverletzungen, vertrete Opfer und bilde inzwischen auch syrische Juristen aus.

"Die Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit in allen arabischen Ländern zu verbreiten, das ist schon eine fantastische Multiplikatorwirkung", sagte der Direktor der Stiftung, Ole von Uexküll. (dpa)

Topics
Schlagworte
Panorama (30368)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Neuroprothese lässt Gelähmten wieder zugreifen

Eine Neuroprothese ermöglicht einem Tetraplegiker, mit einer Gabel zu essen. Sein Hirn wird dabei per Kabel mit Muskeln in Arm, Hand und Schulter verbunden. mehr »

Mord und Totschlag in deutschen Kliniken?

Eine umstrittene Studie zu lebensbeendenden Maßnahmen in Kliniken und Pflegeheimen erhitzt die Gemüter. mehr »

Bruch mit dem deutschen Verordnungssystem?

Eine Gesetzesänderung ermöglicht Ärzten seit kurzem, Cannabis zulasten der Kassen zu verschreiben. Der Patient bezieht Cannabis aus der Apotheke. Das neue Rechtskonstrukt sehen viele aber als "Systembruch". mehr »