Ärzte Zeitung online, 10.03.2014

syrische kliniken

Metallstangen als Art Narkosemittel

Katastrophale Zustände in syrischen Kliniken: Wie eine US-Hilfsorganisation berichtet, werden Menschen vor der Op mit Metallstangen bewusstlos geschlagen - weil schlichtweg das Narkosemittel fehlt.

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Grauenhafte Zustände herrschen in Syrien auch in den Kliniken (Archivbild vom 4. Oktober 2012).

© Maysun / epa / dpa

WESTPORT. In syrischen Krankenhäusern herrschen drei Jahre nach Beginn des Aufstandes gegen Präsident Baschar al-Assad grauenhafte Zustände.

In einem Bericht, den die US-Hilfsorganisation Save the Children am Montag veröffentlichte, heißt es, in einigen Fällen seien Patienten mit Metallstangen vor Operationen bewusstlos geschlagen worden, weil die Ärzte keine Narkosemittel hatten.

Mediziner amputierten Kindern Gliedmaßen, weil ihnen die medizinische Ausrüstung für die Behandlung schwerer Verletzungen fehle.

Berichte, wonach Eltern Infusionen verabreichen

In der umkämpften Großstadt Aleppo, wo für die Gesundheitsversorgung 2500 Ärzte benötigt würden, praktizierten derzeit nur noch 36 Ärzte. Diese Situation habe dazu geführt, dass verzweifelte Eltern ihren Kindern zum Teil selbst im Krankenhaus Infusionen verabreichten.

Die Organisation wies zudem darauf hin, dass wegen der mangelhaften Gesundheitsversorgung seit Beginn des Bürgerkrieges 2011 Tausende von Kindern an behandelbaren Krankheiten wie Asthma gestorben seien.

Save the Children forderte die sofortige Umsetzung der UN-Resolution 2139. Diese verpflichtet die Bürgerkriegsparteien, Helfern Zugang zu allen belagerten Gebieten zu gewähren. Die Resolution sieht aber keine automatischen Sanktionen vor, falls sich die Regierung und die Rebellen nicht daran halten sollten. (dpa)

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