Ärzte Zeitung online, 12.03.2014

Feinstaub

Smog verpestet Peking erneut

Feinstaub und Stickoxide rauben Chinas Bürgern den Atem. Kaum eine Großstadt hält die Grenzwerte ein. Nun will die Regierung gegen die Luftverschmutzung kämpfen.

PEKING. Feinstaub hat nach dem schlimmsten Smog dieses Winters erneut die Luft in Peking verpestet. Am Dienstag kletterte der Index für die Schadstoffe laut Messungen der US-Botschaft auf mehr als 350.

Der Wert für den besonders gefährlichen Feinstaub kleiner als 2,5 Mikrometer lag über dem 14-Fachen des empfohlenen Grenzwertes der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Zuvor hatte der Vizechef der chinesischen Umweltschutzbehörde, Wu Xiaoqing, eine Hiobsbotschaft verkündet: Im vergangenen Jahr hätten nur drei von 74 Großstädten in China den staatlichen Standard für gute Luft eingehalten.

Lediglich Lhasa auf der tibetischen Hochebene, die Stadt Haikou auf der Tropeninsel Hainan und die Küstenstadt Zhoushan in der ostchinesischen Provinz Zhejiang blieben innerhalb des Limits. Allerdings liegt selbst diese Behördenvorgabe mit einem Wert von 100 beim Vierfachen der WHO-Empfehlung.

"Die Hauptursachen für den Smog sind Kohleverbrennung, Industrie, Fahrzeuge, Staub von Baustellen und Straßenbau", sagte Wu Xiaoqing am Samstag auf einer Pressekonferenz in Peking.

Rund ein Drittel der gesamten Luftbelastung werde von drei Regionen produziert: Dem Gebiet um Peking, dem Delta des Jangtse-Stroms und dem Perlfluss-Delta in Südchina. Die Gebiete machten zwar nur acht Prozent von Chinas Fläche aus, aber konsumierten 43 Prozent der Kohle und produzierten 55 Prozent des Stahls sowie 40 Prozent des Zements in China.

Mit neuen Programmen will die Regierung den Giftcocktail aus Grob- und Feinstaub, Ozon, Schwefeldioxid, Stickoxiden und anderen Stoffen in Chinas Luft eindämmen. Regierungschef Li Keqiang hat der Umweltverschmutzung den Krieg erklärt.

Noch in diesem Jahr soll die Kapazität von veralteten Stahlfabriken um 27 Millionen Tonnen sowie die Zementproduktion um 42 Millionen Tonnen jährlich gesenkt werden. (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »