Ärzte Zeitung online, 10.12.2014

Krank trotz Impfung

Grippewelle in den USA besonders schwer

Den USA könnte in diesem Winter eine besonders heftige Grippewelle drohen. Es gebe mehr Fälle als sonst, in denen Menschen trotz Schutzimpfung erkranken, teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC mit.

ATLANTA. In den USA häufen sich die Fälle von Grippeerkrankungen, die trotz einer entsprechenden Schutzimpfung auftreten, wie die US-Gesundheitsbehörde meldet.

Erste Daten sprechen demnach für eine besonders schwere Grippewelle. Am häufigsten trete derzeit der Erreger H3N2 auf, hieß es weiter.

Er dominierte bereits 2012/2013, 2007/2008 sowie 2003/2004 - den drei Grippewellen mit den höchsten Todeszahlen der vergangenen zehn Jahre.

Die drei Winter seien aber dennoch als "moderate" Grippewellen eingestuft worden, während die jetzige eine "schwere" werden könnte.

Dringender Rat zur Impfung

"Noch ist es zu früh, von einem schweren Grippewinter zu sprechen, aber die Amerikaner sollten vorbereitet sein", sagte CDC-Direktor Tom Frieden.

Wer noch keine Grippeimpfung habe, solle das sofort nachholen. Menschen mit ersten Symptomen könne mit antiviralen Präparaten geholfen werden.

"Wir können Leben retten mit einer dreistufigen Therapie: Impfen, sofortige Behandlung von besonders Gefährdeten und Vorsorge. Dazu zählt, bei Krankheit einfach zu Hause zu bleiben, um die Ausbreitung der Grippe zu erschweren."

RKI: Keine Rückschlüsse auf Deutschland

Von der Situation in den USA sei nicht zwingend auf die in Deutschland zu schließen, sagte Susanne Glasmacher vom Robert Koch-Institut (RKI) der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Wenn H3N2 dominiere, komme es zwar häufiger zu schweren Grippewellen.

"Das muss aber nicht sein." Aussagen zum Verlauf der Grippesaison hierzulande seien noch nicht möglich, da es bisher nur vereinzelte Influenzanachweise gebe.

Erste Untersuchungen in den USA hätten gezeigt, dass der für diese Grippesaison entwickelte Impfstoff gegen den grassierenden H3N2-Erreger nur vermindert wirksam sei, ergänzte Glasmacher.

Die Passgenauigkeit von Grippeimpfstoff sei aber generell nicht so gut, "wie man sich das wünschen würde und wie viele sich das vorstellen". (dpa)

[11.12.2014, 21:53:35]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Hallo Kollege Schätzler, das wird wohl auch der befürchtete sehr kalte Winter in USA sein.
Die Kälte ist allerdings politisch inkorrekt, da es ja wärmer wird durch das Spurenelement CO2 in der Luft besonders in den USA, deshalb muss es die Grippe sein.
Wir sind ja etwas greenpeace-höriger, pusten nicht soooo viel CO2 in die Luft, deshalb ist es bei uns etwas milder. Das CO2 scheint also zu kühlen.
Trotzdem würde ich den Empfehlungen unserer Deutschen Impfkommission vertrauen. zum Beitrag »
[10.12.2014, 22:27:59]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Im Kalten Krieg waren es die Russen - Jetzt sind es die "Virus(sen)"?
Die US-Gesundheitsbehörde CDC ("Center of Disease Control and Prevention") möchte den Eindruck erwecken, die typisch erhöhte saisonale Übersterblichkeit in der winterlichen Kälte, bei Schneestürmen und Unwettern sei einzig und allein auf gefährliche Influenza-Viren zurückzuführen. Dass eine allgemein erhöhte Winter-Sterblichkeit, wie auch in Europa zu beobachten, ganz andere bio-psycho-soziale und auch handfeste ökonomische Gründe haben kann, wird damit verschleiert.

Ebenso hemdsärmelig wie mit dem Einsatz von nach eigenen CDC-Angaben nur in maximal 60% wirksamen, gängigen Influenza-Impfstoffen, mit der Anwendung von Virustatika und mit der Empfehlung zu Hause zu bleiben (womit man in den USA seinen Job verlieren kann) wird auch mit der Erhebung von Prävalenz bzw. Inzidenz der Influenza umgegangen:

Laut Morbidity and Mortality Weekly Report (MMWR 2011; 60 (2): 1) des CDC in den USA wurden damals rund 220.000 Erwachsene und 44.000 Kinder und Jugendliche bzw. deren Eltern nach Influenza-ähnlichen Erkrankungen ["influenza-like illness, ILI"] mit Fieber und Husten oder Halsschmerzen telefonisch befragt. Da im Mittel die ILI-Quote von Erwachsenen bei 8,1 Prozent lag, wurde hochgerechnet, dass so viele der Befragten ab 18 Jahre die Schweinegrippe (H1N1) haben müssten. Bei Kindern und Jugendlichen wurde auf eine H1N1-Inzidenz von 28,4 Prozent hochgerechnet. Mit einer geradezu fantastische Rechnung wollten die USA einen weltweiten Spitzenplatz bei H1N1 einnehmen: Laut CDC sei etwa jeder zwölfte Erwachsene und mehr als jeder vierte unter 18 Jahren in den USA mit der Schweinegrippe infiziert gewesen?

"Trau' keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast!"
Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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