Ärzte Zeitung online, 30.12.2014

Silvesterfeuerwerk

Chirurgen warnen vor illegalen Böllern

Zum Start der Böllersaison kurz vor Jahresende haben die Chirurgen eindringlich vor dem Gebrauch illegaler Feuerwerkskörper gewarnt. Nicht alle Schäden durch Knaller können Ärzte im Nachhinein wieder heilen.

Chirurgen warnen vor illegalen Böllern

Schön anzusehen, aber auch gefährlich: das Silvesterfeuerwerk.

© Fotolia/DeVice

BERLIN. Abgerissene Finger, verletzte Hände, verbrannte Körperpartien, schwere Augenverletzungen - der Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC) warnt eindringlich vor dem Kauf illegaler Feuerwerkskörper.

Die vermeintlich preiswerteren, dafür aber gefährlichen Böller verursachen häufig bleibende Schäden.

Oft landeten die Betroffenen im Krankenhaus bei den Chirurgen. Ob Handamputationen, Genitalverbrennungen, angeschossene Köpfe und Beine - Sprengkörperverletzungen seien alles andere als harmlos und hätten schlimme Konsequenzen.

"Unsere Mediziner tun ihr Möglichstes, auch in der Silvesternacht. Doch man muss wissen: Angenähte Gliedmaßen oder transplantierte Haut sind nicht mit einem gesunden Körper vorher zu vergleichen. Dauerhafte Beeinträchtigungen sind nicht selten", sagte Professor Hans-Peter Bruch, Präsident des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgen, laut Pressemitteilung des Verbandes.

Eine zweite Welle von Verletzten betreffe häufig vorwiegend Kinder, die am Neujahrstag Blindgänger sammeln und nachzünden.

Zoll beschlagnahmt zehntausende illegale Böller

Oder den Inhalt zusammenschütten und Dosen zur Explosion bringen. Jeder sollte darauf achten, dass nicht ordnungsgemäße Zündvorrichtungen zur sofortigen Vernichtung der Böller führen.

Allein im Dezember habe der Zoll bereits Zehntausende illegale Feuerwerkskörper beschlagnahmt, vor allem aus Polen und Tschechien. Viele dieser Böller enthalten Schwarzpulver und sind deshalb hochexplosiv.

Weil scheinbar mehr illegale Knallkörper im Umlauf sind, erwartet das größte Unfallkrankenhaus Deutschlands in Berlin, das UKB, deutlich mehr Schwerverletzte in diesem Jahr.

Im letzten Jahr kamen innerhalb von nur 12 Stunden in der Silvesternacht rund 100 Patienten in die Notaufnahme des UKB, davon waren 28 schwere und schwerste Handverletzungen und Brandverletzungen. Es gab zum Teil Komplett-Amputationen.

Legales Feuerwerk ist an einem CE-Zeichen und einer Prüfnummer zu erkennen.

Abgerissene Finger und Verbrennungen

In den Notaufnahmen der Kliniken ist an den Tagen rund um den Jahreswechsel viel zu tun. Häufig sind nach dpa-Informationen Verletzungen an den Händen wie abgerissene Finger samt duchtrennter Knochen, Nerven und Blutgefäße, Hörschäden durch Explosionen und Verbrennungen.

Auch Augenverletzungen durch Funken oder Hitze seien häufig. Augenärzte raten zu Schutzbrillen.

Gefahr drohe aber auch, wenn Feuerwerkskörper in der Hosentasche aneinanderreiben - die Explosion kann schwere Verletzungen im Genitalbereich verursachen. Kinder würden häufig durch die Unachtsamkeit zündelnder Erwachsener verletzt. (eb/dpa)

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