Ärzte Zeitung, 09.09.2015

"Ärzte ohne Grenzen"

Schlangenbiss-Gegengift geht zur Neige

BERLIN. Ein wichtiges Gegengift bei Schlangenbissen wird bald nicht mehr verfügbar sein, warnt "Ärzte ohne Grenzen".

Nach den Angaben verfallen die letzten Bestände des Mittels Fav-Afrique im Juni 2016. Der Hersteller Sanofi Pasteur habe die Produktion 2014 eingestellt.

Den Medizinern zufolge fehle jetzt mindestens zwei weitere Jahre lang ein Ersatzprodukt. Fav-Afrique wirkt gegen Gift von zehn Schlangenarten - darunter Kobra und Mamba. (dpa)

[09.09.2015, 14:01:37]
Dr. Horst Grünwoldt 
Anti-Toxin
Während meiner E-Helfer Jahre in Westafrika Anfang der 80er Jahre, hatte ich während der "Feldarbeit" auch immer in der Auto-Kühlbox ein trivalentes Schlagengift-Serum mit angesagter Wirksamkeit gegen die wichtigsten Schlangenbisse für meine Mannschaft dabei.
Wir haben es gottlob während der drei Jahre niemals gebraucht, denn es war ja auch immer noch von hyperimmunisierten Pferden gewonnen. Ein human-homologes gab es damals noch nicht.
Im tropischen Westafrika begegnet man den Giftnattern (Spei-)Kobra (franz. cracheur) und einer (grünen) Mamba am Tage sowieso nicht, weil die i.d.R. nachtaktiv sind und sich tagsüber (vor uns) verstecken. Vielmehr ist besondere Obacht der trägen Puffotter (Bitis) gegenüber angezeigt. Und deren Bisse mit den 2 cm langen Zähnen verursachen bekanntlich fürchterliche toxische Blutungen.
Einem cracheur (Spitting cobra) bin ich nur ein einziges Mal begegnet, und der ausgerechnet abends an meiner Pferde-Box. Überfahren mit dem Landrover habe ich auch einmal eine grüne Mamba (Dendroapsis) auf der nächtlichen Überlandstraße. Mein an Aids verstorbener Freund J. Giese vom Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg, hatte sogar auf dem Terrain unseres Hygiene-Instituts in Lome unter seinem VW-Bully einmal zwei Junge davon aufgescheucht und erschlagen. Leider hat er die grünen Schönheiten statt in Formalin zu konservieren, in einem Brennspiritus-Glas versenkt. Dabei haben sie ihre grasgrüne Farbe in ein azurblau gewechselt!
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock  zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »