Ärzte Zeitung, 30.11.2015

In Afrika

310 Millionen "Kinderbräute" bis 2050

LUSAKA. Die Zahl afrikanischer "Kinderbräute" könnte sich bis 2050 mehr als verdoppeln. Rund 310 Millionen Mädchen würden dann vor dem Alter von 18 Jahren verheiratet sein, warnte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef).

Damit würde der afrikanische Kontinent mehr Kinderehen als Südasien haben - derzeit die Region mit der höchsten Statistik weltweit.

Derzeit leben in Afrika rund 125 Millionen Frauen, die bereits im Kindesalter verheiratet worden sind. Für "Kinderbräute" bestehe ein erhöhtes Risiko, Opfer von Gewalt zu werden, sich mit dem Aids-Erreger HIV zu infizieren und ihre Schulbildung frühzeitig abzubrechen.

Außerdem besteht durch Schwangerschaft im Kindesalter ein hohes Gesundheitsrisiko. (dpa)

[01.12.2015, 23:18:25]
Dr. Horst Grünwoldt 
Kinderbräute
Das "Verheiraten" von (jungfräulichen) Mädchen dürfte vor allem in arabischen Ländern eine weitverbreitete (Un-)Sitte sein.
In Schwarz-Afrika südlich der Sahara sind vielmehr ungewollte Schwangerschaften bei Minderjährigen in Ehelosigkeit das soziale Problem!
Damit wird deren Lebenslauf in Sachen Schulbesuch und beruflicher Ausbildung unterbrochen, und oftmals unmöglich gemacht.
Das dürfte u.a. eine wesentliche Ursache von Unterentwicklung auf unserem benachbarten Kontinent sein; und zugleich Grund für "overpopulation".
Von der hohen Inzidenz von Aids und anderen venerischen Krankheiten gar nicht zu sprechen.
Demgemäß ist die Hälfte der Bevölkerung jünger als 15 Jahre!
Und die "Lampedusa-Boote" sind überfüllt mit 30-jährigen Männern,
die eigentlich als "manpower" den Acker der Mütter mit Yams, Hirse und Sorgo bestellen müßten... Stattdessen migrieren sie in die europäischen Sozialsysteme, ohne dort als Ungebildete in den sog. high-tech-Ländern eine Chance zu bekommen.
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock zum Beitrag »

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