Ärzte Zeitung, 16.03.2006

FUNDSACHE

Der Stuhltest in der Praxis

Zwei Stühle haben Patienten in der allgemeinmedizinischen Praxis von Dr. Peter Luck in Christmas Maltings in Großbritannien zur Auswahl. Beide sind gleich weit von der Tür und vom Arzt entfernt - nur steht der eine links, der andere rechts.

Wählen Patienten den linken Stuhl, dann sei das für ihn ein Zeichen, daß sie möglicherweise psychische Probleme wie Depressionen oder Angsstörungen haben, so Luck in der britischen Medizinerzeitung "Pulse" (7, 2006, 2).

Luck hat das selbst in einer Studie mit 756 Patienten seiner Praxis getestet: 58 Prozent der Patienten, die hohe Werte auf Angst- und Depressions-Skalen haben, haben sich auf den linken Stuhl gesetzt, aber nur 30 Prozent der Patienten mit niedrigen Skalen-Werten.

Das gelte allerdings nur für Rechtshänder, wird betont. Gesunde Rechtshänder haben eine Art Rechtsdrall. So würden sich in Kinos etwa die Sitzreihen auf der rechten Seiten schneller füllen als die auf der linken, hat der Allgemeinmediziner beobachtet. Bei ängstlichen Menschen dagegen sei auch diese übliche Aufmerksamkeitsstruktur beeinflußt. (ug)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »