Ärzte Zeitung, 28.11.2006

FUNDSACHE

Essen ohne Gehirn

Warum Menschen in unseren Breiten mehr essen, als nötig ist, und mehr, als sie denken - das ist das Thema von Professor Brian Wansink von der Cornell University in Ithaca im US-Staat New York.

In hunderten von Studien habe er mit versteckten Kameras und anderen Methoden Menschen beim Essen beobachtet, so die Uni. Sein Ergebnis: Menschen achten nicht darauf, was und wieviel sie essen. Vieles hängt von den Umständen wie den anderen Menschen am Tisch oder gar dem Geschirr ab.

In große Teller etwa füllt man mehr als in kleine. "Mindless Eating", Essen, ohne nachzudenken, nennt Wansink das. Diese These hat er auch an 63 renommierten US-Ernährungswissenschaftlern getestet.

Wansink und seine Kollegen haben sie zum Eis-Essen eingeladen und ihnen entweder eine Schüssel gegeben, die etwa 500 Gramm faßt, oder eine, die etwa 1000 Gramm faßt. Auch die Experten haben um 31 Prozent mehr Eis aus den großen Schüsseln gegessen. (ug)

Topics
Schlagworte
Auch das noch! (3195)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Werden europäische Männer immer unfruchtbarer?

Männern haben immer weniger Spermien. Direkte Rückschlüsse auf Fruchtbarkeit erlaubt das nicht – es könnte aber nur die Spitze eines Eisbergs gesundheitlicher Probleme sein. mehr »

Psychotherapie soll künftig Unifach werden

Ein einheitliches Berufsbild, Studium an der Uni. Die Psychotherapeutenausbildung steht vor umwälzenden Veränderungen. Kritiker vermissen beim Entwurf aber Konkretes zum Thema Weiterbildung. mehr »

Ist die menschliche Entwicklung am Ende?

Über Hunderttausende von Jahren ist der Mensch zu dem geworden, was er heute ist. Und nun? Ein Grimme-Preisträger fragt sich, ob Unsterblichkeit erstrebenswert ist und wohin uns die Evolution führen wird - oder kann der Mensch sie austricksen? mehr »