Ärzte Zeitung, 30.11.2006

FUNDSACHE

Diskriminierende Dollars

Alle sind grün und gleich groß: 10-Dollar-Noten sehen aus wie 100-Dollar-Noten. Das macht nicht nur Touristen Probleme. Sondern die US-Geldscheine diskriminieren Blinde.

Deshalb müßten sie umgestaltet werden, habe jetzt Richter James Robertson in Washington entschieden, so "Spiegel online" gestern. "Von den mehr als 180 Ländern, die Banknoten auf Papier herausgeben, drucken nur die Vereinigten Staaten Geldscheine, die über alle Werte hinweg in Größe und Farbe identisch sind", sagte der Richter.

Sehbehinderte Menschen könnten die Dollarnoten nicht auseinanderhalten. Damit verstoße das Finanzministerium gegen das Diskriminierungsverbot. Der Entscheidung ist ein vierjähriger Rechtsstreit vorausgegangen. Auch das Argument, die unterschiedliche Gestaltung der Noten würde den Kampf gegen Blüten erschweren, zog bei Richter Robertson nicht. Mehrere hundert Millionen Dollar werden wohl für die Neugestaltung nötig sein. (ug)

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